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Auslandsvermarktung : Fußball-Bundesliga öffnet Tür für Investoren

Die DFL will den deutschen Fußball mit Hilfe von Investoren besser im Ausland vermarkten. Bild: Peter Schatz / Pool

Die Profiklubs brauchen Geld. Auch deshalb prüft die DFL jetzt den Einstieg von Finanzinvestoren. Vor allem Private-Equity-Gesellschaften könnten mitmischen.

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          Die Pandemie setzt dem deutschen Profifußball mächtig zu. Zwar können die Berufskicker im Gegensatz zu Hobbysportlern ihren Ligabetrieb aufrechterhalten. Doch reißen die fehlenden Zuschauereinnahmen immer größere Lücken in die Etats der Lizenzspielervereine. Für ohnehin hochverschuldete Klubs wie Schalke 04 verschärft sich dadurch die Lage erheblich, aber auch vor der Krise als solide geltende Vereine wie Werder Bremen oder Mainz 05 geraten unter Druck. Nicht nur Eintracht Frankfurt musste seine Profis zum Gehaltsverzicht bewegen.

          Klaus Max Smolka
          (smo.), Wirtschaft

          Vor diesem Hintergrund kämen neue Geldquellen zupass. Die Bundesliga hat nun den Startschuss für einen möglichen Einstieg internationaler Finanzinvestoren gegeben. Die sollen in der Vermarktung der Auslandsrechte mitmischen – ein unter Fans umstrittener Schritt, der die Finanzkraft der Klubs stärken soll. Es geht um einen dreistelligen Millionenbetrag.

          Konkret wird der Prozess dadurch, dass die Deutsche Fußball-Liga (DFL) möglichen Geldgebern Informationspakete über eine Beteiligung geschickt hat. Das Projekt trägt den Namen „Competition“. Entsprechende Informationen der F.A.Z. bestätigte die DFL auf Anfrage. Der zusammenfassende Prospekt („Teaser“) für einen solchen Einstieg liegt dieser Zeitung vor. Er ist bei derartigen Transaktionen mit Investoren der übliche erste Schritt.

          Es geht um bis zu 25,1 Prozent

          Dem Vernehmen sind etwa 30 Parteien solchermaßen angeschrieben worden: alle bekannten Private-Equity-Adressen, die sich schon im Sportgeschäft engagiert haben, und daneben Unternehmen aus der Branche, namentlich Sportdatenspezialisten. Die DFL macht somit Ernst mit Überlegungen, über welche die F.A.Z. erstmals Ende Oktober berichtet hatte. Sie lässt sich von der Investmentbank Nomura beraten. Es geht um einen Anteil bis zu 25,1 Prozent an einer noch zu gründenden Einheit, welche Auslandsrechte vermarktet, auch um den Aufbau einer internationalen Plattform für digitale Inhalte.

          Wie dem Teaser zu entnehmen ist, firmiert diese Tochtergesellschaft unter dem vorläufigen Namen „MediaCo“ – daneben steht eine zweite Einheit namens „DigitalCo“, die Rechte an virtuellen elektronischen Fußballspielen enthält. Beide sind den Plänen zufolge als Tochtergesellschaften unter der DFL GmbH aufgehängt.

          In die MediaCo würde nach jetzigem Stand die bestehende DFL-Tochtergesellschaft „Bundesliga International“ aufgehen; diese früher DFL Sports Enterprises genannte Gesellschaft organisiert seit dem Jahr 2008 den Verkauf von Rechten im Ausland. Ursprünglich war einmal geplant gewesen, dass Investoren sich an ihr beteiligen; die Pläne haben sich also in einem gesellschaftsrechtlichen Detail geändert. Der Umsatz aus internationalen Medienrechten habe sich seit der Saison 2015/16 um durchschnittlich 10 Prozent jährlich erhöht, heißt es in den Dokumenten, welche die DFL und Nomura an Interessenten schickten. Es gehe um 295 Millionen Zuschauer in mehr als 210 Ländern und 230 Millionen Euro Umsatz.

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