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Fusion von Peugeot und Fiat : Endspiel in der Autoindustrie

Frag nach bei Opel: PSA-Chef Carlos Tavares steht für harte Einschnitte. Bild: Frank Röth

Nur wenige Autohersteller werden den Wettbewerb überleben und etablierte Marken verschwinden. Die Fusion von Peugeot und Fiat ist deshalb sinnvoll – schmerzhaft wird sie trotzdem.

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          Nun ist der Bund besiegelt. Die beiden Autokonzerne PSA und Fiat haben ihre Fusion am Mittwoch nur wenige Wochen nach Bekanntwerden der Pläne beschlossen. Und binnen 15 Monaten soll der Prozess abgeschlossen werden. Franzosen und Italiener drücken gehörig aufs Tempo mit dem Ziel, den viertgrößten Produzenten der Welt zu schaffen. Sie wissen, dass die Zeit (gegen sie) läuft: Die Autoindustrie ist längst von einer gewaltigen Konsolidierungswelle erfasst worden. Und so manch etablierter Name droht hinweggespült zu werden.

          Es war ausgerechnet der langjährige starke Mann im Fiat-Konzern, Sergio Marchionne, der schon früh vorhergesagt hatte, dass auf dem Massenmarkt nur eine Handvoll Autohersteller überleben werde. Heute führt die Parallelität der aktuellen Herausforderungen – neue Antriebe, autonomes Fahren, härtere Umweltauflagen – zu einem immensen Kapitalbedarf, den einzelne Konzerne nicht mehr in der Lage sind zu stemmen.

          Ohne Einschnitte geht es nicht

          Weil Größe zählt, suchen Premiumhersteller wie Daimler und BMW ihr Heil in der Zusammenarbeit mit chinesischen Wettbewerbern und sogar untereinander. Nicht nur Weltmarktführer Volkswagen kann daher heute als teilweise chinesisches Unternehmen bezeichnet werden. Wer überleben will, muss auf dem wichtigsten Automarkt der Welt eine Rolle spielen.

          Deshalb ist die Bündelung der Kräfte von PSA und Fiat sinnvoll, bietet sie doch neues Potential in China und Amerika. Die Jubelarien aus Paris und Rom über den „europäischen Champion“ dürften aber verstummen, wenn der Preis für das Manöver feststeht.

          Eines ist klar: Mit der Belastung durch hohe Kosten und wenig zugkräftige Marken, die vor allem der italienische Partner mit in die Ehe bringt, lässt sich keine solide Zukunft aufbauen. PSA-Chef Carlos Tavares, der der starke Mann im neuen Konzern sein wird, hat schon mehrfach bewiesen, dass er ein Unternehmen auf Gewinn trimmen kann und dafür harte Entscheidungen in Kauf zu nehmen gewillt ist. Frag nach bei Opel!

          Auch wenn zum Fusionsversprechen der Fortbestand von Marken, Werken und Arbeitsplätzen gehört – auf Dauer wird es ohne schmerzhafte Einschnitte nicht gehen. Andernfalls droht PSA/Fiat das Endspiel in der Autoindustrie zu verlieren.

          Sven Astheimer
          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

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