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Fusion von Helios und Rhön-Klinikum : Ein Klinik-Riese soll entstehen

  • Aktualisiert am

Die Universitätsklinik Gießen gehört zum Rhön-Klinikum und soll mit verkauft werden Bild: dpa

Die größte Krankenhaus-Kette Deutschlands soll entstehen: Der private Klinikbetreiber Rhön-Klinikum will sich mit seinem Konkurrenten, den Helios-Kliniken, zusammenschließen. Doch es gibt noch einige Hürden.

          In Deutschland soll der mit Abstand größte Krankenhaus-Konzern entstehen, den es im Land bisher gab. Die Klinik-Kette Helios soll sich mit dem Konkurrenten Rhön-Klinikum zusammenschließen. Die Helios-Muttergesellschaft Fresenius will Rhön kaufen und die beiden Firmen zusammenführen. Das fusionierte Unternehmen würde mehr als 120 Kliniken betreiben. Mit der Übernahme würde erstmals ein flächendeckender privater Klinikbetreiber in Deutschland entstehen.

          Fresenius teilte mit, drei Viertel der Bevölkerung hätten dann eines seiner Krankenhäuser in der Nähe - so nah, dass sie innerhalb einer Stunde dort sein können. Das gemeinsame Unternehmen würde jährlich mehr als sechs Milliarden Euro Umsatz machen.

          Hürde 1: Das Kartellamt

          Doch es gibt noch einige Hürden. Damit die Fusion wirksam wird, müssen nicht nur die Aktionäre von Rhön-Klinikum zustimmen. Auch die Kartellbehörden haben ein Mitspracherecht - zumindest das Bundeskartellamt, möglicherweise auch die Europäische Union. Die kommunalen Krankenhäuser hätten schon mal an das Bundeskartellamt appelliert, die Übernahme zu verhindern, berichtet der „Tagesspiegel“.

          Krankenhäuser in Deutschland

          Nicht mal Fresenius-Chef Ulf Schneider glaubt, dass die Kartell-Verhandlungen leicht werden. „Es ist nicht auszuschließen, dass einzelne Klinikstandorte veräußert werden müssen, um die kartellrechtliche Freigabe zu erhalten.“ Allerdings ist der Klinikmarkt sehr zersplittert. Die meisten Kliniken sind in öffentlicher Hand, Fresenius und Rhön kämen Experten zufolge nur auf einen Marktanteil von sieben bis acht Prozent.

          Hürde 2: Vorstand und Aktionäre von Rhön-Klinikum

          Der Vorstand von Rhön-Klinikum zeigte sich am Donnerstag bedeckt. „Wir werden uns das anschauen, sobald etwas auf dem Tisch liegt“, sagte Finanzchef Erik Hamann in Frankfurt. Erst im Anschluss werde der Vorstand wie gesetzlich vorgeschrieben eine Empfehlung an seine Aktionäre abgeben. Aus dem Umfeld des fränkischen Konzerns erfuhr Reuters, das Management stehe der Offerte derzeit neutral gegenüber und prüfe auch Alternativen.

          Private Klinikbetreiber

          Unternehmensgründer und Aufsichtsratschef Eugen Münch habe viele damit verärgert, dass er ohne Rücksprache mit dem Vorstand mit Fresenius verhandelt und sich auf einen Preis verständigt habe, hieß es im Umfeld von Rhön. „Das war ein Alleingang.“ Münch, der mit seiner Familie 12,5 Prozent der Rhön-Anteile hält, hatte in der Pressemitteilung von Fresenius seine Unterstützung für die  Übernahme angekündigt: „Ich halte den Zusammenschluss für einen richtigen und wegweisenden Schritt.“ Ein Verkauf an Dritte liege nicht in seinem Interesse.

          Politiker sind froh

          Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier zeigte sich über die Fusionspläne erfreut. Er hat schon länger Streit mit dem Rhön-Klinikum um die Qualität der Uniklinik Gießen und Marburg - er fand, der Betreiber habe die Kosten zu sehr gedrückt und zu viele Stellen gestrichen. Die Landesregierung werde unverzüglich Gespräche mit Fresenius aufnehmen, um die Interessen des Landes zur Sicherung von Krankenhausversorgung sowie Forschung und Lehre zu erörtern, sagte Bouffier. „Dabei muss klar sein, dass ein Universitätsklinikum von einem neuen Partner anders gesehen und behandelt werden muss als ein normales Krankenhaus.“

          Fresenius bietet für jede Rhön-Aktie 22,50 Euro und damit rund 50 Prozent mehr als den aktuellen Kurs. Mindestens 90 Prozent der Aktionäre müssen dem Angebot zustimmen, damit es wirksam wird. Würde Fresenius alle Rhön-Aktien kaufen, wäre das ein Kaufpreis von 3,1 Milliarden Euro. Rhön-Gründer Eugen Münch ist einverstanden. „Ich halte den Zusammenschluss für  einen richtigen und wegweisenden Schritt“, sagte Münch. Er wolle seine Aktien und die seiner Frau verkaufen - insgesamt mehr als zwölf Prozent der Anteile.

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