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Konkurrent steigt aus : Deutsche Börse einziger Interessent für Londoner Börse

  • Aktualisiert am

Vor der Londoner Börse. Bild: Reuters

Die Deutsche Börse will sich mit der in London zusammenschließen. Das wollte auch der Betreiber der New Yorker Börse. Doch der steigt aus – ohne Gebot.

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          Der Betreiber der New Yorker Börse, ICE, zieht sich aus dem Rennen um eine Fusion mit der Londoner Börse zurück und überlässt der Deutschen Börse das Feld. Es gebe nicht genügend Informationen, um den Nutzen einer Fusion zu beurteilen, teilte ICE (“Intercontinental Exchange“) am Mittwoch mit.

          Die Deutsche Börse und die London Stock Exchange (LSE) wollen sich zusammenschließen, um im globalen Wettbewerb der Börsenbetreiber  schlagkräftiger zu sein. Als rechtlicher Sitz der Dachgesellschaft ist London vorgesehen – eine Entscheidung, die in Deutschland schon gelegentlich Kritik hervorgerufen hat. Die beiden Konzerne streben an, die Fusion spätestens im ersten Quartal 2017 zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. Zustimmen müssen noch die Aktionäre beider Unternehmen und etliche Aufsichtsbehörden.

          Unsicher ist auch noch, ob die Chicagoer Optionsbörse CME ein Gebot für die Londoner Börse abgibt. Die CME allerdings hat sich zu diesem Thema noch gar nicht geäußert, die ICE hatte zuvor angekündigt, ein Angebot zu prüfen.

          Eine Fusion ist nach Ansicht von Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter dennoch nicht sicher. „Es gibt noch viele Hürden“, hatte er noch am Dienstagabend in Frankfurt gesagt. „Wir haben die Unterlagen an die Aufsichtsbehörden in Brüssel noch nicht eingereicht. Wir sind natürlich im Gespräch mit hiesigen und auch weiteren Regulatoren und Aufsehern."

          Kengeter warnte abermals vor einem Scheitern des Fusionsvorhabens: „Wenn diese Organisation nicht gebaut wird, laufen wir Gefahr, dass der europäische Kapitalmarkt wesentlich geschwächt wird.“ Der Manager warb: „Wir haben es gemeinsam mit der LSE in der Hand, eine Keimzelle in Frankfurt zu schaffen, die für Wachstum und Innovation steht.“ Im vergangenen Jahr habe es in Frankfurt 23 Börsengänge gegeben, in London seien es vier Mal so viele gewesen. Eine Fusion der beiden Börsenbetreiber schaffe eine „Liquiditätsbrücke“, die Börsengänge etwa von Mittelständlern auch in Deutschland befördern werde.

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