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Tausende Stellen in Gefahr : Galgenhumor vor dem Bankenmonopoly

Die große Ungewissheit: In der Kantine der Commerzbank in Frankfurt macht sich keiner einen Reim auf die Fusionsgerüchte. Bild: Wonge Bergmann

In der Commerzbank und der Deutschen Bank dürften durch eine Fusion Tausende Stellen wegfallen. Wie gehen die Mitarbeiter der beiden Großbanken damit um?

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          In der Kantine der Commerzbank-Zentrale gibt es an diesem Mittag wahlweise Frikadelle mit Kartoffelsalat für 4,50 Euro, Putengulasch mit Pilzen für 4,20 Euro oder ein günstigeres asiatisches Nudelgericht. Auf den Tischen liegt ein „Aufruf zur Kundgebung“ der Gewerkschaft Verdi für den 6. März aus. Das ist nun auch schon acht Tage her. „Hier räumt niemand auf“, stellt eine Mitarbeiterin achselzuckend fest und beißt beherzt in ihre Bulette. Den Protest der Gewerkschaft wegen fehlender Gehaltserhöhungen in der Commerzbank finde sie richtig. Es sei einfach ungerecht, dass einige wenige Mitarbeiter Boni kassierten, während viele andere leer ausgingen.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Es scheint, als ob sich an dieser Bonusfrage jahrelang aufgestauter Frust plötzlich Bahn bricht. Im Intranet haben Hunderte Mitarbeiter ihre Enttäuschung über die gekürzten Boni geäußert und ihren vollen Namen hinterlassen. Aber sind die Boni wirklich wichtiger als die vermutlich anstehende Fusion mit der Deutschen Bank? Von den seit Februar geführten informellen Fusionsgesprächen, die womöglich am kommenden Donnerstag zu offiziellen Verhandlungen werden, wissen die Mitarbeiter beider Banken nur aus der Zeitung. Wird Commerzbank-Chef Zielke auf Meetings darauf angesprochen, reagiert er zugeknöpft und genervt, berichten Teilnehmer.

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