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Fusion mit Monsanto : Protest und Popcorn zur Bayer-Hauptversammlung

  • -Aktualisiert am

Klare Ansage vor dem Versammlungsort Bild: Reuters

Beim Aktionärstreffen ist die Monsanto-Übernahme das Hauptthema. Vor dem Versammlungsort kam es zu Protesten. Und auch im Gebäude war nicht jeder mit der Fusion zufrieden.

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          Die Aktionärstreffen des Leverkusener Bayer-Konzerns sind traditionell Foren, auf denen unterschiedlichste Interessengruppen ihre Meinungen kundtun, und das bei weitem nicht nur zur Tagesordnung. Die diesjährige Hauptversammlung hatte ein neues thematisches Schwergewicht: die geplante Übernahme des amerikanischen Saatgutriesen Monsanto, Produzent des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat und genveränderten Saatguts. Schon vor Beginn der Versammlung im World Conference Center Bonn (WCCB) hatten Umwelt- und kirchliche Organisationen, Bauern, Politiker der Grünen und sonstige Gruppen rund um das Aktionsbündnis „Stop Bayer/Monsanto“ die Aktionäre mit Protesten empfangen. „Bleibt uns vom Acker“, hieß es auf Plakaten, oder „Vielfalt fördern, Marktmacht stoppen“. Einige verteilten Popkorn, natürlich aus genetisch nicht verändertem Mais.

          Im Saal warb der Bayer-Vorstandsvorsitzende Werner Baumann nochmals für den Zusammenschluss mit Monsanto zum größten Agrarchemiekonzern der Welt. „Gemeinsam können wir durch mehr Innovation, stärkeres Wachstum und größere Effizienz langfristig erheblichen zusätzlichen Wert schaffen“, sagte Baumann in seiner Eingangsrede. Der Erwerb werde nicht auf Kosten der anderen Geschäfte gehen, beschwichtigte er Aktionärsbedenken. Freilich räumte er ein, dass das Image von Monsanto eine große Herausforderung für Bayer sei. „Das möchte ich keinesfalls kleinreden.“ Deshalb werde man den Dialog auch mit der kritischen Öffentlichkeit künftig weiter verstärken.

          Sie hätten uns Aktionäre um unser Votum bitten müssen“

          In der langwierigen Aussprache rief die teuerste Übernahme in der deutschen Unternehmensgeschichte auch Bedenken, Kritik und Nachfragen professioneller Aktionärsvertreter auf den Plan. Wie andere Redner auch hob Ingo Speich von der Fondsgesellschaft Union Investment zwar die industrielle Logik der Transaktion hervor. „Diese Mammutübernahme bereitet uns dennoch Bauchschmerzen“, sagte er aber. Denn mit der Übernahme werde das Risikoprofil von Bayer völlig verändert. Das bisher dominierende Pharmageschäft verliere an Bedeutung, künftig hänge die Ertragssituation stark von den volatilen Agrar-Weltmarktpreisen ab. Winfried Mathes von der Fondsgesellschaft Deka sprach sowohl das große Reputationsrisiko als auch das Finanzrisiko an. Auf Bayer komme ein gehöriger Schuldenberg aus der Finanzierung der Transaktion zu, monierte er. Die Sorge, Bayer kaufe Monsanto womöglich zu teuer, äußerte auch Joachim Kregel von der Aktionärsvereinigung SdK.

          Vereinzelt missbilligt wurde die abermalige Wahl von Paul Achleitner in den Aufsichtsrat. Der amtierende Aufsichtsratschef der Deutschen Bank gehört dem Gremium schon seit 15 Jahren an. Bayer selbst hatte jüngst drei Amtsperioden als Obergrenze gesetzt. Einige Redner warfen der Verwaltung vor, keine Hauptversammlung zur Genehmigung des Monsanto-Megadeals einberufen zu haben. „Sie hätten uns Aktionäre um unser Votum bitten müssen“, sagte Hendrik Schmidt von der Vermögensverwaltung Deutsche Asset Management. Bayer beruft sich darauf, dass dies weder gesetzlich noch satzungsmäßig vorgesehen sei und eine freiwillige Einholung eines solchen Beschlusses mit weitreichenden Risiken wie möglichen Anfechtungsklagen verbunden wäre.

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