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Fusion im Buchhandel : Thalia übernimmt Mayersche

Blick auf die Mayersche Buchhandlung am Neumarkt in Köln. Bild: dpa

Amazon treibt den deutschen Buchhandel vor sich her: Ein renommiertes Unternehmen verliert seine Selbständigkeit. Doch es gibt auch ein Feld, auf dem die deutschen Buchhändler den Amerikanern erfolgreich Widerstand leisten.

          Die Konzentration im deutschen Buchhandel setzt sich fort. Die überregional vertretene Buchhandelskette Thalia mit 300 Filialen und 5000 Mitarbeitern übernimmt die schwerpunktmäßig im Raum Köln-Aachen vertretene Kette Mayersche Buchhandlung. Damit baut Deutschlands größte Filialbuchhandlung ihre führende Stellung aus.

          Georg Giersberg

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Betriebswirt“.

          Der größte Buchhändler insgesamt in Deutschland ist den letzten Zahlen zufolge allerdings Amazon – mit 1,3 Milliarden Euro Buchumsatz. Dann folgen Thalia mit 950 Millionen Euro, Weltbild mit 425 Millionen Euro und Hugendubel mit 340 Millionen Euro Umsatz. Unter den vier nationalen Händlern gibt es noch eine Reihe regional bedeutender Buchhändler. Dazu gehörte mit ihren 55 Buchläden bisher auch die Mayersche Buchhandlung in Westdeutschland, weiterhin gibt es Osiander und Rupprecht in Süddeutschland. Mit der Übernahme erhöht Thalia seine Zahl der Buchhandlungen von 300 auf 355. Einzelheiten der Übernahme wurden nicht bekannt.

          Chef der Mayerschen wechselt zu Thalia

          Der bisherige geschäftsführende Gesellschafter der Mayerschen, Hartmut Falter, bringt sein Unternehmen in Thalia ein und erhält dagegen Anteile an der größeren Kette, Thalia. Er wird zudem zweiter geschäftsführender Gesellschafter bei Thalia. Die Filialkette, vormals ein Teil des Douglas-Konzerns, gehört heute mehrheitlich der Freiburger Verlegerfamilie Herder. Weitere Anteilseigner sind der frühere Douglas-Eigentümer Kreke, der Geschäftsführer Michael Busch und die Familie Göritz.

          Für den Mehrheitsgesellschafter Manuel Herder ist der Zusammenschluss der beiden Buchhandelsgruppen „der richtige Schritt von Unternehmerfamilien, ein Zeichen des Aufbruchs gegen die Marktmacht globaler Online-Händler und für die innerstädtische Lesekultur zu setzen“. Die Schließung von Buchhandlungen im Rahmen der Übernahme ist nicht geplant. Thalia hat erst vor wenigen Tagen auch den Kauf einer Einzelbuchhandlung im niedersächsischen Bramsche bekannt gegeben.

          Der Buchhandel leidet unter einem dramatischen Rückgang der Kundenfrequenz in den Innenstädten. Viele Menschen bestellen nur noch online. Die großen Buchhandelsketten verfügen alle über eigene Online-Shops und haben sich in der Tolino-Allianz zusammen geschlossen, um dem elektronischen Lesegerät Kindle von Amazon mit dem Tolino ein Konkurrenzprodukt entgegen zu setzen. Damit haben sie auch Erfolg: Der deutschsprachige Markt ist der einzige auf der Welt, auf dem der Kindle keine dominierende Marktstellung hat.

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