https://www.faz.net/-gqe-7tfux

Gefahrenzulagen : Fukushima-Arbeiter klagen gegen Tepco

  • Aktualisiert am

Das havarierte Atomkraftwerk Fukushima Bild: AP

Für den Rückbau der Atomruine Fukushima hatte der Betreiber Tepco den Arbeitern Gefahrenzulagen zugesagt. Bei vielen scheinen sie jedoch nicht anzukommen. Vier Arbeiter wollen Tepco deshalb verklagen.

          1 Min.

          Erstmals wollen Arbeiter des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima den Betreiber Tepco und mehrere Subunternehmen wegen ausbleibender Zahlungen von Gefahrenzulagen verklagen. Nach Angaben ihres Anwalts Tsuguo Hirota vom Dienstag fordern vier Arbeiter die Zahlung von Zulagen in Höhe von insgesamt 65 Millionen Yen (rund 475.000 Euro). Die Klage soll demnach am Mittwoch vor dem Bezirksgericht von Fukushima eingereicht werden. Zwei der vier Kläger im Alter zwischen 30 und 60 Jahren sind noch in der Anlage beschäftigt, unter anderem räumen sie radioaktive Trümmer weg.

          Es ist die erste Klage von noch aktiven Arbeitern. Er wolle mit seiner Aktion ein Zeichen setzen, sagte einer der Arbeiter dem japanischen Sender NHK. „Ich mag gefeuert werden oder keine Arbeit mehr bekommen, aber ich hoffe, andere werden dies zum Anlass nehmen, ebenfalls den Mund aufzumachen und ihre Bezahlung einzufordern“.

          Mit dem Rückbau der Atomruine sind vor allem Subunternehmen befasst, nur eine Handvoll der etwa 6000 Arbeiter werden von Tepco direkt beschäftigt. Unbestätigten Berichten zufolge soll beim Anheuern von Arbeitern auch die japanische Mafia ihre Hand im Spiel haben. Obwohl Tepco für alle Arbeiter Gefahrenzulagen zugesagt hatte, scheinen sie bei vielen niemals anzukommen.

          Der Konzern wollte sich zu dem Fall zunächst nicht äußern. Er erklärte, er wolle zuvor die genauen Vorwürfe vor Gericht abwarten.

          Weitere Themen

          Transportbranche warnt vor Lieferengpässen Video-Seite öffnen

          Fehlende Lkw-Fahrer : Transportbranche warnt vor Lieferengpässen

          Der allgemeine Fahrermangel wird durch eine zunehmende Zahl von Corona-Ausfällen verschärft. Ein Branchenverband fordert die Politik angesichts steigender Infektionszahlen dazu auf, schnell Vorkehrungen zu treffen: Wie wäre es zum Beispiel mit Impfangeboten auf Autobahnraststätten?

          Topmeldungen

          Volle Klassenzimmer, wenig Abstand: So wie im vergangenen Sommer sieht es auch jetzt in vielen Schulen in Deutschland aus.

          Coronavirus in Deutschland : Alles schlimm, weiter so!

          Der Expertenrat der Bundesregierung warnt vor ­steigenden Corona-Zahlen, vor allem Kinder und Jugendliche stecken sich derzeit an. Neue Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie werden jedoch nicht empfohlen. Warum?
          Der amerikanische Außenminister Anthony Blinken vergangene Woche in Genf.

          Ukraine-Konflikt : USA raten Bürgern von Reisen nach Russland ab

          In der Ukraine-Krise rät die amerikanische Regierung ihren Bürgern, Reisen nach Russland „dringend“ zu vermeiden. Zudem hat das Außenministerium die Abreise der Familien von amerikanischen Diplomaten aus Kiew angeordnet.
          Sie war die „Wunderpille“, als sie 1998 auf den Markt kam: Viagra von Pfizer.

          Rezeptfreier Viagra-Verkauf : Potenz für alle?

          Kann zukünftig jeder Viagra und Co. in deutschen Apotheken kaufen? Darüber diskutieren Fachleute derzeit. Wie die Entscheidung ausfällt, scheint offen zu sein. Doch was hieße das?