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Fujifilm übernimmt Xerox : Kopiererhersteller Xerox wird japanisch

Ab sofort in japanischen Händen: Kopiererhersteller Xerox wird von Fujifilm Holdings mehrheitlich übernommen. Bild: Reuters

Fujifilm sieht trotz sinkender Papier-Nachfrage offenbar noch Chancen im schrumpfenden Kopierermarkt und übernimmt nun die Mehrheit an Xerox. Die Anleger sind skeptisch.

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          Eine amerikanische Ikone bekommt einen japanischen Eigentümer. Fujifilm Holdings, der Spezialist für Fotografie und Büromaschinen, übernimmt die Mehrheit am Kopiererhersteller Xerox. Fujifilm setzt darauf, dass es auch im schrumpfenden Kopierermarkt und trotz E-Mails noch Nachfrage für das Papier im Büro gibt. Doch die Anleger sind skeptisch. Die Aktie von Fujifilm fiel am Mittwoch in Tokio in den letzten Handelsminuten nach Medienberichten über die bevorstehende Einigung um mehr als 8 Prozent. „Die Investoren werden sich beruhigen“, sagte Shigetaka Komori, der 78 Jahre alte Vorsitzende von Fujifilm, in Tokio vor Journalisten.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Er verspricht sich von der mehrheitlichen Übernahme von Xerox Einsparmöglichkeiten, die trotz Umsatzschrumpfung Gewinne ermöglichen. Die beiden Unternehmen arbeiten schon seit 1962 im Gemeinschaftsunternehmen Fuji Xerox im asiatisch-pazifischen Raum inklusive China zusammen, an dem Fuji derzeit 75 Prozent hält. Mit der neuen Vereinbarung tauscht Fujifilm diesen Anteil am Gemeinschaftsunternehmen in 50,1 Prozent an Xerox einschließlich des asiatischen Geschäfts ein. Das neue Unternehmen soll Fuji Xerox heißen und weiter an der Börse in New York gehandelt werden. Fujifilm kündigte den Abbau von 10.000 Stellen und Werksschließungen bei Fuji Xerox an.

          Komori hat in Japan einen guten Namen. Er hat es geschafft, dass der Film- und Fotohersteller Fujifilm – anders als der einst große amerikanische Rivale Kodak – im Wandel von der filmgebundenen zur digitalen Fotografie überlebte. Fujifilm versucht derzeit durch Diversifizierung in medizinische Geräte, Medikamente oder elektronische Materialien neue Geschäftsfelder zu eröffnen. Gewinne kommen vor allem aus dem kleineren Fotogeschäft und aus der Informationstechnik inklusive Medizintechnik.

          Xerox wurde 1906 gegründet und galt lange als Innovationsschmiede. Die Kopiermaschinen des Unternehmens waren so allgegenwärtig, dass „Xerox“ es als Synonym für „kopieren“ in den amerikanischen Sprachgebrauch schaffte. Xerox machte sich als Pionier im Computermarkt einen Namen und entwickelte frühe Versionen der grafischen Benutzeroberfläche und der Computermaus, ohne daraus kommerziell Kapital zu schlagen. In jüngerer Vergangenheit erlebte das Unternehmen mehrere Krisen und meldete am Mittwoch für das abgelaufene Jahr zum wiederholten Mal einen Umsatzrückgang. Vor rund einem Jahr spaltete Xerox sich auf. Das vormalige Dienstleistungsgeschäft wurde zu einer börsennotierten Gesellschaft.

          Zuletzt gab es auch Unruhe im Aktionärskreis. Der Investor Carl Icahn, der bekannt dafür ist, Unternehmen aggressiv zu einschneidenden Veränderungen zu drängen, hat vor zwei Wochen den Rücktritt des Xerox-Vorstandsvorsitzenden Jeff Jacobson gefordert und ihn „unfähig“ genannt. Doch Jacobson soll nun Vorstandsvorsitzender von Fuji Xerox werden.

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