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Umweltschonend verpacken : Hackfleisch ist ganz schön gebeutelt

  • -Aktualisiert am

Eine plastiksparende Alternative zu Schalenverpackungen Bild: Fuji Packaging

Fuji Packaging stellt Maschinen zur Produktion von Schlauchbeuteln her. In einer neuen Maschinen soll Gehacktes so verpackt werden, dass viel Plastik und CO2 eingespart wird.

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          Was haben Knoppers, Kräuterbutterbaguette und bald auch Hackfleischportionen gemeinsam? Sie werden in Schlauchbeuteln verpackt – auf Maschinen der Fuji Packaging GmbH. Schlauchbeutel gehören zu den gängigsten Verpackungen für Lebensmittel, insbesondere für Backwaren, Süßwaren, Käse und Wurstwaren. Auch pharmazeutische Produkte und Hygieneartikel werden oft in Schlauchbeuteln verpackt.

          Fuji Packaging vertreibt horizontale Schlauchbeutelverpackungsmaschinen von Fuji Machinery aus Japan. Seit siebzig Jahren baut Fuji Machinery Verpackungsmaschinen, 1978 wurde die erste Fuji-Schlauchbeutelmaschine nach Europa exportiert. Fuji Packaging hat Niederlassungen in Hamburg und im dänischen Sonderborg.

          Plastik steht derzeit stark in der Kritik. Der Geschäftsführer von Fuji Packaging, Lars Kistenmacher, sagt: „Horizontale Schlauchbeutelmaschinen haben enorme Potentiale zur Reduzierung von Plastik in der Verpackung.“ Der Gruppenumsatz von Fuji Packaging liegt nach seinen Angaben bei 30 Millionen Euro und hat sich in zwanzig Jahren fast verdreifacht.

          Bis 500.000 Euro

          Zuerst werden die Maschinen von Nagoya nach Hamburg verschifft. Dann werden sie nach Sonderborg transportiert und dort für die Kunden in Deutschland komplettiert. Dazu gehört der Aufbau von Druckern für die Kennzeichnung der Verpackung mit Daten wie Haltbarkeit und Chargennummern. Anschließend werden die Maschinen zum Kunden transportiert.

          „Eine Standard-Fuji-Schlauchbeutelmaschine ist etwa 4,5 Meter lang und wiegt rund 1,5 Tonnen“, sagt Kistenmacher. Im Betrieb liege die Geräuschemission der Maschine unter 76 Dezibel. „Dieser Wert erlaubt es, auch ohne Gehörschutz mit der Maschine zu arbeiten.“

          Die Preise liegen zwischen rund 100.000 Euro für Basismaschinen und etwa 500.000 Euro für eine vollautomatische Hochleistungsmaschine mit Zusatzausrüstungen. „Wir verkaufen jährlich etwa sechzig Schlauchbeutelmaschinen. Damit sind wir der größte Anbieter von Fuji-Schlauchbeutelmaschinen außerhalb Japans.“ Andere Maschinen kämen oft aus Südeuropa. „Es gibt relativ wenige deutsche Produzenten.“

          Wie die Maschine funktioniert

          Wie funktioniert eine Schlauchbeutelmaschine? „Aus einer flachen Folie wird ein Schlauch geformt, in den gleichzeitig das Produkt gelangt und der abschließend versiegelt wird. Diese Maschinen arbeiten sehr schnell und können zum Beispiel bis zu 1500 Bonbons oder 100 Kräuterbutterbaguettes pro Minute verpacken“, erklärt Kistenmacher.

          Ein marktführender Hersteller von Baguettes ist M-Back, ein Tochterunternehmen von Meggle. Der Betriebsleiter Ingo Meister hat in verschiedenen Unternehmen Erfahrungen mit rund drei Dutzend Fuji-Schlauchbeutelmaschinen gesammelt. „Die Fuji-Maschinen sind äußerst zuverlässig und die schnellsten für gasdichte Packungen“, sagt Meister.

          Unter „gasdicht“ versteht man eine Verpackung für leicht verderbliche Produkte unter Schutzatmosphäre; sie werden so länger haltbar. Dabei soll in den meisten Fällen der Sauerstoffgehalt in der Packung nahe null sein, und der Schlauchbeutel muss hermetisch versiegelt werden, um die Schutzatmosphäre lange zu erhalten.

          Neues Verpackungsgesetz

          Seit dem 1. Januar 2019 gilt das neue Verpackungsgesetz, das die Unternehmen dazu verpflichtet, umweltschonender zu verpacken und die Recyclingquote zu erhöhen. Dazu wurden auch Standards zur Bemessung der Recyclingfähigkeit von Verpackungen geschaffen. So soll die Wiederverwertung von Kunststoffverpackungen noch weiter gesteigert werden.

          Nach Angaben des Umweltbundesamts liegt die Quote zunächst bei 58,5 Prozent, von 2022 an soll sie auf 63 Prozent steigen. Um das Plastik zu reduzieren, wird teilweise Papier zum Beispiel in Form von Pappschalen verwendet. Eine Pappschale allein bietet jedoch keinen ausreichenden Schutz für viele empfindliche Produkte. Somit benötigen die Pappschalen zusätzlich eine Plastikschicht.

          Vor diesem Hintergrund hat Fuji Packaging eine Lösung für Hackfleischportionen vorgestellt. „Die neue Verpackung entspricht den Vorgaben zur Recyclingfähigkeit zu 100 Prozent und ermöglicht zudem, bis zu 70 Prozent Plastik einzusparen, ohne zusätzlich Pappe zu verwenden“, erklärt Kistenmacher. Dabei werde auf eine dicke Kunststoffschale verzichtet, und die Hackfleischportion werde nur in einer dünnen Folie verpackt.

          Weniger Volumen und Gewicht

          „Der Produktschutz und die Haltbarkeit bleiben voll erhalten“, versichert Kistenmacher. Zudem werde CO2 beim Lastwagentransport eingespart, da die Hackfleischverpackung platzsparender als eine Schale sei. Zuvor spare man schon Kosten und CO2 bei der Beschaffung der Verpackungsmaterialien, da die eng gewickelten Schlauchbeutelfolien viel weniger Volumen und Gewicht hätten als die Schalen plus die Deckelfolien.

          Als erster Hersteller wird bald der größte deutsche Fleischproduzent Tönnies in Rheda-Wiedenbrück die neue Packung in Deutschland auf den Markt bringen. Der Tönnies-Vertriebsvorstand Jörn Evers sagt: „Ich war seit zwei Jahren auf der Suche nach einer plastiksparenden Alternative zu unseren Schalenverpackungen.“

          Ein großer Discounter habe sich als Erster entschieden, die Packung in ausgewählten Filialen zu verkaufen und die Akzeptanz der deutschen Verbraucher zu testen. „Bei Erfolg planen wir, rasch weitere Mengen auf die neue Packung umzustellen“, berichtet Evers.

          Kai Stüer ist Produktmanager bei Tillman’s, einem Tochterunternehmen von Tönnies. Stüer gibt unter Bezugnahme des GfK-Consumer-Panels an, dass 2018 in Deutschland mehr als 160.000 Tonnen Hackfleisch in Portionen für den Einzelhandel produziert wurden. Ein Großteil des Hackfleischs wird in der 500-Gramm-Schale verkauft. Stüer gibt die Plastikeinsparung durch die Fuji-Lösung mit etwa 8 Gramm je Packung gegenüber der herkömmlichen Schalenverpackung an.

          Der Artikel stammt aus dem Schülerprojekt „Jugend und Wirtschaft“, das die F.A.Z. gemeinsam mit dem Bundesverband deutscher Banken veranstaltet.

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