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Rückzug von Elmar Degenhart : Für Conti geht es um Sein oder Nichtsein

Elmar Degenhart Bild: dpa

Die Corona-Pandemie bringt erbarmungslos zutage, dass die gesamte Autozulieferer-Branche umgebaut werden muss. Conti-Chef Degenhart wollte das – und hatte am Ende alle gegen sich.

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          Dass Continental-Chef Elmar Degenhart gesundheitliche Probleme hat, ist lange bekannt. Und doch ist sein Rückzug eine Überraschung. Der Vorstandsvorsitzende des Automobilzulieferers verlässt das Unternehmen vorzeitig, und er geht in einer Situation, in der es für Conti um Sein oder Nichtsein geht.

          Degenhart hatte gute Jahre mit Conti. Er hat in der Krise auch den notwendigen Strukturwandel zur Elektromobilität vorangetrieben. Doch Freunde hat sich der stets auf Ausgleich bedachte Manager damit nicht gemacht. Die Gewerkschaften beklagten sozialen Kahlschlag, manchem auf der Kapitalseite war der Conti-Chef bei der Transformation nicht hart genug.

          Dass Degenhart in diesem Konflikt am Ende der eigenen Gesundheit den Vorrang gab und sich zurückzieht, das kann ihm niemand vorwerfen. Der Schritt wirft aber auch ein Schlaglicht auf die Lage der Automobilzulieferer. Die Corona-Pandemie bringt erbarmungslos zutage, wie groß die Notwendigkeit ist, die gesamte Branche umzubauen.

          Finanzspritzen des Staates machen es leicht, das vorübergehend zu ignorieren und verkrustete Strukturen zu erhalten. Degenhart wollte den Umbau – am Ende hatte er alle gegen sich, die Gewerkschaften und die Kapitalseite.

          Carsten Germis

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

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