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Führungswechsel : Winterkorn wird Volkswagen-Chef

  • Aktualisiert am

Erfolgreich bei Audi: Martin Winterkorn Bild: AFP

Jetzt ist es beschlossen. Der VW-Aufsichtsrat hat Audi-Chef Martin Winterkorn zum 1. Januar 2007 zum neuen Vorsitzenden des Volkswagen-Vorstands ernannt. Außerdem genehmigte der Aufsichtsrat Investitionen von fast 25 Milliarden Euro.

          Der VW-Aufsichtsrat hat den bisherigen Audi-Chef Martin Winterkorn zum 1. Januar 2007 zum neuen Vorstandsvorsitzenden des Konzerns ernannt. Die Kontrolleure beschlossen in ihrer Strategiesitzung am Freitag in Wolfsburg außerdem das Ausscheiden von Bernd Pischetsrieder aus dem Vorstand zum 31. Dezember 2006.

          Pischetsrieder werde aber weiterhin für VW tätig sein und Aufgaben im Interesse des Konzerns wahrnehmen, hieß es. Einzelheiten dazu wurden nicht mitgeteilt. Mit der Zukunft des Leiters der Markengruppe VW, Wolfgang Bernhard, hat sich der Aufsichtsrat nicht befaßt. „Das war kein Thema“, sagte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage. Nach bislang unbestätigten Gerüchten will Bernhard den Konzern verlassen und könnte möglicherweise zu seinem früheren Arbeitgeber Daimler-Chrysler wechseln.

          Neue Nahrung hatten die Gerüchte nach Äußerungen von Daimler-Chrysler-Dieter Zetsche erhalten. „Es ist zu früh, um zu solchen Spekulationen Stellung zu nehmen“, hatte Zetsche im Deutsche Welle-TV gesagt. Und weiter: „Wir haben früher gut zusammengearbeitet und zum jetzigen Zeitpunkt keinen Grund zu kommentieren, was bei Volkswagen passiert. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt.“

          Für ein Zusammengehen von MAN und Scania

          Der Aufsichtsrat erörterte ferner die aktuelle Finanz- und Investitionsplanung des Konzerns bis 2009. Investitionen von 24,7 Milliarden Euro sind geplant. Der Aufsichtsrat stimmte zudem den Plänen des Vorstands für eine Investition in Indien zu. Volkswagen wird im Bundesstaat Maharashtra ein Fertigungswerk errichten.

          Im Tauziehen um die Übernahme des schwedischen Lkw-Bauers Scania durch MAN zieht beider Hauptaktionär Volkswagen nun auch eine feindliche Übernahme in Betracht. Der Aufsichtsrat bekräftigte am Freitag zwar, weiterhin an einer einvernehmlichen Lösung zwischen MAN und Scania interessiert zu sein. VW sei „aber erforderlichenfalls anderen Wegen gegenüber offen“, drängte der Konzern. Falls das mehr als zehn Milliarden Euro schwere Angebot von MAN für deren schwedischen Rivalen einen „erkennbar erfolglosen Verlauf“ nehme, behalte sich VW zudem „alle alternativen Möglichkeiten“ vor.

          Nachfolger als Audi-Chef steht noch nicht fest

          Der Nachfolger von Martin Winterkorn als Audi-Chef wird voraussichtlich erst Anfang Dezember gekürt. Der Aufsichtsrat der Ingolstädter Volkswagen-Tochter tritt am 6. Dezember zu seiner nächsten Sitzung zusammen, wie ein Unternehmenssprecher am Freitag bestätigte.

          Als Favorit für Winterkorns Nachfolge gilt Insidern zufolge Audi-Finanzvorstand Rupert Stadler. Der 43jährige war vor seiner Berufung nach Ingolstadt einige Jahre Büroleiter des damaligen Konzernchefs und heutigen VW-Aufsichtsratschefs Ferdinand Piech. Daneben werden auch Audi-Produktionsvorstand Jochem Heizmann und Vertriebschef Ralph Weyler als Kandidaten gehandelt.

          Die formelle Berufung des Vorstandschefs könnte sich auch noch länger hinziehen: Zunächst baut Volkswagen die Spitze des Audi-Aufsichtsrats um, dem immer noch der scheidende VW-Chef Bernd Pischetsrieder vorsitzt. Bis alle Voraussetzungen wie der Eintrag ins Handelsregister gegeben sind, könnte noch mehr Zeit verstreichen.

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