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Führungswechsel : Lufthansa-Vorstand wird Roche-Präsident

  • -Aktualisiert am

Lufthansa-Chef Christoph Franz will den Luftfahrt-Konzern verlassen Bild: dpa

Mitten in der Umstrukturierung will Lufthansa-Vorstandschef Franz das Unternehmen verlassen. Er soll neuer Präsident des Pharmakonzerns Roche werden. Als Favorit für die Nachfolge gilt nach Informationen der F.A.Z. sein Vorstandskollege Spohr.

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          Lufthansa-Chef Christoph Franz hört bei der Fluggesellschaft auf und will beim Schweizer Pharmakonzern Roche als Verwaltungsratspräsident anfangen. Beide Unternehmen bestätigten dies am Montagmorgen. Lufthansa teilte mit, Franz stehe nach Ablauf seines Vertrages zum 31. Mai 2014 nicht mehr zur Verfügung. Der Lufthansa-Chef soll stattdessen auf der kommenden Generalversammlung am 4. März zum neuen Präsidenten des Verwaltungsrates von Roche gewählt werden, wie das Schweizer Unternehmen bekanntgab. Dort soll er Nachfolger von Franz Humer werden.

          Ulrich Friese
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Als Favorit für die Nachfolge von Franz gilt nach Informationen der F.A.Z. sein Vorstandskollege Carsten Spohr. Der 45 Jahre alte Manager ist seit mehr als 2 Jahren für das Passagiergeschäft der Lufthansa verantwortlich und Mitglied des fünfköpfigen Konzernvorstandes.

          Bei Roche drängte bereits die Zeit zur Besetzung der Spitzenposition im Verwaltungsrat. Der 67 Jahre alte Amtsinhaber Franz Humer scheidet im Frühjahr kommenden Jahres altershalber aus. Obwohl dies schon lange bekannt ist und Severin Schwan als Chief Executive Officer weiter macht, hatte der Weltmarktführer in der Krebsbehandlung noch keinen Nachfolger benannt. Der Schweizer Peter Voser, der kürzlich den Chefsessel beim Ölkonzern Royal Dutch Shell räumte, hatte ebenso abgesagt wie Nestlé-Chef Paul Bulcke. Beide wurden wie Franz 2011 in den Verwaltungsrat von Roche gewählt.

          Keine Ruhe bei der Lufthansa
          Keine Ruhe bei der Lufthansa : Bild: dpa

          Das prestigeträchtige und gut dotierte Präsidentenamt von Roche ist für den Lufthansa-Vorstandsvorsitzenden auch aus privaten Gründen verlockend. Selbst nach seinem Wechsel von der Swiss zur Muttergesellschaft Lufthansa hatte der gebürtige Frankfurter seinen Wohnsitz im Raum Zürich beibehalten. Im kleinen Kreis machte er wiederholt deutlich, dass er für sich, seine aus Frankreich stammende Frau und die fünf Kinder die Schweiz als Lebensmittelpunkt betrachtet.

          Mit seinem Amtsantritt in Frankfurt forcierte Franz den Umbau des Lufthansa-Konzerns und trimmte gleichzeitig das Passagiergeschäft sowie die übrigen Tochtergesellschaften auf mehr Effizienz. Dabei scheute der entschlossen wie konziliant wirkende Lufthanseat nicht davor zurück, strategische Weichenstellungen seines langjährigen Amtsvorgängers Wolfgang Mayrhuber zu korrigieren. Die Ausgliederung des verlustreichen Europaverkehrs in den eigenständigen Billigfluganbieter Germanwings sowie wie die Modernisierung der überalterten Flugzeug-Flotte gelten als die wichtigsten Entscheidungen in Franz Amtszeit.

          Erfahren in der Globalisierung

          Sein Profil passt zugleich gut in die Anforderungen für das Amt bei Roche, die der scheidende Verwaltungsratspräsident Humer im März dieses Jahres folgendermaßen beschrieben hatte: Sein Nachfolger müsse nicht unbedingt aus der Branche sein, aber in der Globalisierung von Unternehmen erfahren. Wünschenswert seien des Weiteren eine Affinität zur Schweiz ebenso wie Deutsch als Muttersprache. Die letzten beiden Gründe sprechen zum Beispiel gegen Arthur Levinson, einen weiteren denkbaren Kandidaten. Levinson war früher Chef des Biotechnologiekonzerns Genentech in den Vereinigten Staaten, der wichtigsten Säule des Konzerns für neue Krebsmedikamente.

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