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Nach Volkmar Denner : Führungswechsel an der Bosch-Spitze

Führungswechsel: Bosch-Chef Volkmar Denner hört Ende des Jahres auf. Bild: dpa

Im deutschen Traditionskonzern steht eine Neuordnung bevor: Ein Name steht im Vordergrund, wenn es um die Nachfolge des amtierenden Konzernchefs geht.

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          Bosch steht vor einer Neuordnung der Konzernführung. Die Aufsichtsräte sollen in ihrer Sitzung an diesem Donnerstag gleich eine ganze Reihe von Personalentscheidungen treffen. „Spekulationen kommentieren wir nicht“, heißt es bei Bosch zu nun kursierenden Gerüchten, über die das „Manager Magazin“ berichtete. Demnach soll Stefan Hartung zum Jahreswechsel der neue Bosch-Chef werden. Mit einem Maschinenbaustudium an der RWTH Aachen, der Kaderschmiede der deutschen Autobranche, promoviert über Qualitätsmanagement und mit Stationen bei Fraunhofer und McKinsey kam Hartung im Jahr 2004 in den Bosch-Konzern und ist seit dem Jahr 2019 für das mit Abstand wichtigste Geschäft verantwortlich, das mit der Fahrzeug-Industrie. Die Mobility-Sparte erzielte zuletzt gut 42 von insgesamt 71,5 Milliarden Euro Konzernumsatz. Alle anderen Geschäfte, vom Akkuschrauber bis zur Smart-Home-Technik, verantwortet Christian Fischer.

          Susanne Preuß
          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Das Stühlerücken ist für Bosch eine große Sache, weil Top-Positionen in dem Stiftungsunternehmen nicht so häufig gewechselt werden. Der amtierende Bosch-Chef Volkmar Denner ist erst der sechste nach dem Gründer Robert Bosch, obwohl das Unternehmen schon fast 135 Jahre alt ist. Denner wird im November 65 Jahre alt. Sein Vertrag läuft nächsten Sommer aus,  sodass schon deshalb die Diskussion über die Nachfolge auf die Tagesordnung kommen musste. Zudem wird am 1. Juli Franz Fehrenbach 72 Jahre alt, der als Vorgänger von Denner neun Jahre lang Bosch-Chef war. Er ist Aufsichtsratschef und zudem, wie üblich für ehemalige Bosch-Chefs, auch noch Geschäftsführender Gesellschafter der Robert Bosch Industrie Treuhand KG (RBIK). Diese ganz im Stillen operierende RBIK übt die Gesellschafterrolle aus, während die gemeinnützige Robert-Bosch-Stiftung – obwohl Haupteigentümerin – selbst sich nicht mit dem operativen Geschäft des Konzerns befasst ist.  

          Mit 72 Jahren hat man bei Bosch die Altersgrenze in Aufsichtsrat und RBIK erreicht. So war es zu lesen, als zuletzt im März 2019 sowohl der einstige BASF-Vorstandschef Jürgen Hambrecht wie auch der Schweizer Unternehmer Urs Rinderknecht jeweils noch vor ihrem 73. Geburtstag ihre Tätigkeit in den Gremien beendeten. Nun spricht viel dafür, dass Bosch diese Regeln nicht geändert hat, sondern dass Denner die Nachfolge von Fehrenbach antritt – und dafür eben seinen Posten als Bosch-Chef räumt.

          Experten für gute Unternehmensführung (Corporate Governance) sehen solche  Wechsel von der operativen Spitze auf eine Kontroll- und Gesellschafterrolle kritisch und plädieren für eine „Abkühlphase“. Bosch selbst verweist darauf, dass die Konstruktion immer funktioniert hat, auch wenn es Fehlentscheidungen zu korrigieren gab. So musste Fehrenbach schnell nach seinem Wechsel in den Aufsichtsrat entscheiden, dass der von ihm betriebene milliardenschwere Einstieg in die Photovoltaik-Branche beendet wird. Eine ähnlich heftige Kurskorrektur ist für Denner jetzt nicht abzusehen. Er hat den Konzern auf Vernetzung und Künstliche Intelligenz getrimmt und wird – promoviert im Zukunftsfeld der Quantenphysik – diese Themen engagiert weiter betreuen. 

          Diesen Donnerstag wird der Aufsichtsrat noch über weitere Personalien entscheiden. Unter anderem wird auch das Ausscheiden des 65 Jahre alten Bosch-Vizechefs Stefan Asenkerschbaumer erwartet, der die kaufmännischen Ressorts verantwortet. Das Erscheinungsbild der Bosch-Geschäftsführung, eine Gruppe älterer Herren, wird sich aber nicht wesentlich ändern. Man habe seit Jahresanfang schon eine Frau in der Geschäftsführung und der Altersdurchschnitt sei gesunken, sagte Volkmar Denner jüngst auf eine entsprechende Frage im Interview mit der F.A.Z. – und er fügte hinzu: „Bei allem bleibt aber Erfahrung der entscheidende Faktor. Sie müssen gerade in einem Technologieunternehmen wie Bosch bestimmte Dinge in Ihrem Berufsleben erlebt haben, um in die Geschäftsführung einzuziehen.“

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