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Frosta-Chef : „Der Kunde will wissen, wo sein Fisch herkommt“

Sorgt für mehr Transparenz in seinem Unternehmen: Felix Ahlers Bild: Daniel Pilar

Transparenz sei alles, Bio aber nicht, sagt Felix Ahlers. Auch die Blockchain-Technologie soll Frosta auf dem Markt für Tiefkühlkost Vorteile verschaffen. Damit will man auch das Image der Branche verbessern.

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          Sie sehen aus wie normale Fischstäbchen. Doch unter der Panade verbirgt sich eine Besonderheit. Statt Alaska-Seelachs, eines der beliebtesten Speisefische in Deutschland, der in der Regel in Fischstäbchen steckt und oft aus weit entfernten Fanggebieten kommt, enthält die neue Variante von Frosta einen Artgenossen aus der Nordsee. Er gehört ebenfalls zur Familie der Dorsche, heißt aber nur Seelachs, oder wissenschaftlich: Pollachius virens, und wird vom Partner Kutterfisch aus Cuxhaven geliefert, der die Tiere „direkt vor unserer Haustür“ fängt, wie der Vorstandsvorsitzende von Frosta, Felix Ahlers, sagt. Das Fleisch sei zwar dunkler. „Dafür hat es aber mehr Fett und schmeckt besser.“ Neben den Fischstäbchen hat Ahlers schon Fischfrikadellen, Knusper-Filets und Nuggets mit dem Siegel „Seelachs aus der Nordsee“ in den Handel gebracht. Weitere Produkte sollen folgen.

          Christian Müßgens

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Schon heute stehen viele Informationen zum Fischfang und zur Produktion auf den Frosta-Packungen. In Zukunft will Ahlers aber noch weitergehen. Mittels Blockchain, einer fälschungssicheren Datenbanktechnik, auf der auch Kryptowährungen wie Bitcoin basieren, sollen Verbraucher bald alle Details erfahren – von den Koordinaten, an denen die Seelachse ins Netz gegangen sind, bis hin zum Namen des Fischkutters und des Kapitäns. „Der Kunde will wissen, wo sein Fisch herkommt“, sagt Ahlers, der die Blockchain-Technik schon an anderer Stelle erprobt hat. Das Solino-Projekt, eine Initiative für fair gehandelten Kaffee in Äthiopien, die er vor einigen Jahren privat gestartet hatte, legt alle Daten zu Herkunft und Verarbeitung offen. Der Kunde kann sie über einen QR-Code auf der Packung abrufen. „So entsteht maximale Transparenz und damit Vertrauen“, ist Ahlers überzeugt. Das soll auch Frosta neue Kunden bringen.

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