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Fresenius und Rhön-Kliniken : Der Klinikriese entsteht wohl nicht

Die Fresenius-Zentrale in Bad Homburg. Bild: Eilmes, Wolfgang

Es wäre die größte Klinikkette Deutschlands geworden: Fresenius wollte die Rhön-Kliniken übernehmen. Doch die Eigentümer wollen nicht verkaufen. Und jetzt kommt die Konkurrenz.

          Es wird wohl ein Scheitern mit Ansage: Die milliardenschwere Übernahme der Krankenhauskette Rhön-Klinikum durch den Gesundheitskonzern Fresenius aus Bad Homburg bei Frankfurt wird aller Voraussicht nach scheitern. Nachdem Fresenius schon in der Endphase der Angebotsfrist nur recht wenige Rhön-Aktien angedient worden sind, hat sich nun noch der Hamburger Wettbewerber Asklepios in den Prozess eingeschaltet. Am Mittwochmittag wurde bekannt, dass sich Asklepios mit einem Anteil von 5,01 Prozent an Rhön beteiligt hat.

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

          Sebastian Balzter

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Damit wird es aber immer unwahrscheinlicher, dass es Fresenius bis Mittwoch um Mitternacht gelingen wird, mehr als 90 Prozent der Rhön-Aktien einzusammeln. Das wäre die Bedingung dafür, dass der Ende April angekündigte Übernahmeversuch im Volumen von 3,1 Milliarden Euro zuzüglich Schulden gelingt. Diese hohe Hürde hat sich der Fresenius-Vorstandsvorsitzende Ulf Schneider gesetzt, weil diese Zustimmungsquote in der Satzung von Rhön für alle wichtigen Entscheidungen vorgesehen ist, die nötig sind, um Synergien mit den Kliniken von Fresenius zu heben.

          Fresenius will an seinem Angebot festhalten

          Fresenius kommentierte den Vorstoß von Asklepios am Mittwoch mit Überraschung, aber auch mit Trotz. Man werde am eigenen Angebot festhalten, bis voraussichtlich Freitagabend dieser Woche die angedienten Aktien zählen - und wenn die Quote von 90 Prozent erreicht werde, den Zukauf vollziehen. Wenn man die Quote nicht schaffe, sei das immer eine Möglichkeit gewesen, die auch schon im Rahmen der zuvor vollzogenen Kapitalerhöhung erwähnt worden sei. Einen Erfolg des Vorstoßes, dessen industrielle Logik nie bestritten worden sei, habe man nie garantieren können. Tatsächlich notiert die Fresenius-Aktie auch nach Bekanntwerden der Asklepios-Beteiligung an Rhön noch deutlich über dem Ausgabekurs der letzten Kapitalerhöhung.

          Der Rhön-Kurs sinkt um 15 Prozent

          Der Aktienkurs von Rhön hingegen geriet erheblich unter Druck. Das zeigt, dass auch die Börse nun noch größere Zweifel am Gelingen der Übernahme hat als in den vergangenen Tagen. So brach der Kurs der Rhön-Aktie nach der Mitteilung der Asklepios-Beteiligung um rund 15 Prozent auf 17,90 Euro ein. Denn schnell hieß es, dass Asklepios sich die Aktien von Rhön sicher nicht gekauft habe, um sie kurze Zeit später für 22,50 Euro an Fresenius weiterzuverkaufen. Was genau Asklepios mit der Beteiligung aber tatsächlich vorhat, blieb zunächst ebenfalls unklar: „Wir sind ein langfristig orientiertes Familienunternehmen und wir wollen uns bei Rhön-Klinikum alle Gestaltungsmöglichkeiten offen halten“, heißt es in einer Mitteilung.

          Durch den Zusammenschluss von Rhön mit der Fresenius-Krankenhaus-Tochtergesellschaft Helios würde der mit Abstand größte private Klinikbetreiber in Deutschland entstehen. Er könnte die anderen privaten Anbieter erheblich unter Druck setzen. Schon länger ist deshalb darüber spekuliert worden, ob die Rivalen Asklepios oder auch Sana die Übernahme verhindern könnten, indem sie bei Rhön einsteigen.

          Der Vorstand von Rhön-Klinikum hat seinen Aktionären eine Annahme des Fresenius-Angebots empfohlen. Am Mittwochmittag verfügte Fresenius trotzdem laut eigener Mitteilung nur über rund 44 Prozent des Grundkapitals von Rhön. Das 12,45 Prozent umfassende Aktienpaket des Rhön-Gründers Eugen Münch, der die Offerte von Fresenius eingefädelt hat, ist in diese Zahl schon eingerechnet.

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