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Fresenius-Kommentar : Geschäft mit Kliniken

Politikum: Auch die Uniklinik Gießen-Marburg ist ein Rhön-Klinikum Bild: dapd

Auch das Krankenhausgeschäft bietet Chancen, um Geld zu verdienen. Die Übernahme der Rhön-Kliniken durch den Gesundheitskonzern Fresenius ist das beste Beispiel.

          Die Übernahme der Krankenhauskette Rhön-Klinikum könnte für den Gesundheitskonzern Fresenius teuer werden. Gut 50 Prozent mehr als die vorige Börsenbewertung hat Fresenius geboten, und es könnte noch ein Zuschlag fällig werden, um die Annahmequote von 90 Prozent tatsächlich zu erreichen. Doch Fresenius ist nicht für Abenteuer bekannt und hat dies mit Sicherheit einkalkuliert. So zeigt das Übernahmevorhaben deutlich: Auch das Krankenhausgeschäft bietet offenkundig Chancen, gutes Geld zu verdienen.

          Krankenhäuser in Deutschland Bilderstrecke

          Das konterkariert in auffälliger Weise das gerade in diesen Wochen wieder besonders laute Klagen der Krankenhausträger, ihnen fehle es an ausreichenden Mitteln. Die Privatisierung von Krankenhäusern mag da kein Allheilmittel sein, wie nicht zuletzt die anhaltenden Querelen um das Uniklinikum Gießen-Marburg zeigen. Doch dem straff organisierten Fresenius-Konzern mit seinen umfangreichen Übernahmeerfahrungen ist es durchaus zuzutrauen, dass er mit einem neuen Verbund seiner Helios-Kette mit Rhön Effizienzgewinne schafft, die den Kaufpreis rechtfertigen - und das Angebot medizinischer Behandlungen bereichern.

          Michael Psotta

          Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Immobilienteil.

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