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Foxconn-Chef warnt : „... sonst werden wir bei lebendigem Leib verspeist“

  • Aktualisiert am

Foxconn-Chef Gou (m.) und Sharp-Chef Takahashi (r.) nach der formellen Unterzeichnung der Übernahme an diesem Wochenende. Bild: dpa

Sharp erfand den Druckbleistift bevor es ein Elektrounternehmen wurde. Jetzt sagt der neue Eigentümer, was in Zukunft sein soll - und was droht, wenn das nicht klappt.

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          Der Elektronik-Konzern Foxconn will nach der Milliarden-Übernahme von Sharp das japanische Unternehmen fit für künftige Technologien machen. Foxconn-Chef Terry Gou sagte während der formellen Unterzeichnung des Kaufvertrags an diesem Wochenende, Sharp solle eine führende Rolle auf dem Zukunftsmarkt des „Internet der Dinge“ spielen.

          Damit sind Geräte gemeint, die selbstständig über das Internet kommunizieren - etwa Heizungsregelungen oder andere Sensoren und Schalter. Zudem solle Sharp „smarte“, also mit Kleincomputern bestückte Haushaltsgeräte produzieren.

          „Wenn wir den Umbau bei Sharp nicht schaffen, werden uns unsere globalen Wettbewerber bei lebendigem Leib verspeisen“, sagte Gou. Er setzt für Sharp auch auf neuartige Displays mit der sogenannten IGZO-Technologie für den Massenmarkt. Diese sei der OLED-Technik überlegen und verbrauche weniger Strom.

          Er werde versuchen, alle Arbeitsplätze bei Sharp zu erhalten, sagte der Foxconn-Chef. Gleichwohl verwies er darauf, dass sich Foxconn selbst in jedem Jahr von drei bis fünf Prozent der Mitarbeiter wegen nicht ausreichender Leistungen trenne.

          Der taiwanische Apple-Zulieferer zahlt umgerechnet rund drei Milliarden Euro für zwei Drittel der Anteile an Sharp. Es ist der größte Zukauf eines ausländischen Konzerns in der sonst sehr isolierten japanischen Technologiebranche. Für das 100 Jahre alte Unternehmen Sharp, das mit der Produktion von Gürtelschnallen anfing und den Druckbleistift erfand, endet damit die Unabhängigkeit. Der Konzern war wegen der starken Konkurrenz aus China und Südkorea in Schieflage geraten.

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