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Formel-1-Einstieg 2026? : Audi und Porsche verhandeln mit McLaren und Red Bull

Formel-1-Fahrer Lando Norris im McLaren-Rennwagen beim Grand Prix in Mexico Bild: AFP

Sollte Audi bei McLaren nicht zum Zug kommen, wollen die Ingolstädter Verhandlungen mit Williams aufnehmen. Doch auch Porsche drängt es in die Formel 1. Gespräche mit Red Bull würden schon geführt.

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          Markus Duesmann, der Vorstandsvorsitzende von Audi, ist Rennsportfan. Vor einigen Jahren, in seiner Zeit bei BMW und Mercedes, hat er in den jeweiligen Formel-1-Teams der beiden Autohersteller die Technik verantwortet. Ein gutes Jahrzehnt später strebt er nun mit Audi den Einstieg in die international bedeutendste Rennserie an und verhandelt mit dem britischen Formel-1-Team McLaren. Audi habe McLaren-Chef Paul Walsh sogar schon ein Kaufangebot vorgelegt, berichtete die britische Zeitschrift Autocar am Montag. Der McLaren-Eigentümer Mumtalakat, der Staatsfond von Bahrain, habe eine erste Offerte zurückgewiesen, inzwischen hätten sich beide Seiten aber geeinigt.

          Henning Peitsmeier
          Wirtschaftskorrespondent in München.
          Philip Plickert
          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Doch ganz so schnell geht es selbst in der Formel 1 nicht zu. Jedenfalls dementierte ein Audi-Sprecher gegenüber der F.A.Z. eine Einigung mit McLaren, bekräftigte aber das Interesse der Volkswagen-Tochtergesellschaft an der Formel 1: „Wir bewerten im Rahmen unserer strategischen Überlegungen laufend verschiedene Kooperationsideen.“

          Einstieg nicht vor 2026

          Aus dem Umfeld des VW-Konzerns ist zu hören, dass die Formel-1-Pläne nicht auf Audi beschränkt sind, sondern auch Porsche betreffen. So könnte die VW-Sportwagenmarke etwa in einer Kooperation mit Red Bull in die Königsklasse zurückkehren, um es dort mit den Teams von Mercedes, Ferrari & Co. aufzunehmen. Erste Gespräche dazu führt dem Vernehmen nach Porsche-Chef Oliver Blume. Und wie im Fall seines Kollegen Duesmann geht es auch für Blume um einen Einstieg nicht vor dem Jahr 2026. Denn bis dahin sollen sich die Verantwortlichen der Formel 1 auf neue Rahmenbedingungen geeinigt haben.

          Für Blume und Duesmann sind demnach die technischen Eckdaten des neuen Formel-1-Motors entscheidend: So sollte die Hälfte der Motorleistung aus einem elektrischen Aggregat stammen und die Verbrenner der nächsten Generation mit synthetischem Benzin fahren. Mit einem Treibstoff, bei dessen Produktion genau so viel CO2 gebunden wird, wie bei seiner Verbrennung freigesetzt wird, könnten die VW-Marken die Formel 1 auch für Werbezwecke einsetzen, ohne ihre Umweltversprechen – wie etwa den ankündigten Verkaufsstopp für Benzin- und Dieselmotoren – preiszugeben, heißt es in Konzernkreisen.

          An einem neuen, umweltfreundlicheren Reglement arbeitet die Formel 1 fieberhaft. Dabei erlebt die von Kritikern totgesagte Rennserie derzeit einen ungeahnten Zuspruch, der insbesondere Liberty Media erfreut. Der amerikanische Unterhaltungskonzern hat vor vier Jahren rund 8 Milliarden Dollar für die Vermarktungsrechte ausgegeben, die der langjährige Formel-1-Boss Bernie Ecclestone 2001 noch für 360 Millionen Dollar erworben hatte.

          Das Interesse an der Formel 1 scheint ungebrochen groß. Duesmann drängt mit aller Macht in den Motorsport. Sollte Audi nicht bei McLaren zum Zug kommen, wollen die Ingolstädter dem Vernehmen nach Verhandlungen mit dem Konkurrenten Williams aufnehmen, heißt es in Konzernkreisen. Vorrang haben jetzt aber die Gespräche mit McLaren.

          Auch BMW mit Interesse an McLaren

          Das 1963 vom Rennfahrer und Ingenieur Bruce McLaren gegründete britische Formel-1-Unternehmen, das seit 2010 auch Straßenautos in Serie herstellt, will Audi am liebsten komplett übernehmen, doch wird auch BMW ein Interesse an der Fahrzeugsparte nachgesagt. McLaren ist einer der wenigen verbliebenen kleinen Renn- und Luxusautohersteller, der bislang keinem großen Autokonzern gehört. Das erschwert es der britischen Firma, in neue Entwicklungen zu investieren.

          Erst vor drei Wochen hatte der langjährige McLaren-Vorstandschef Mike Flewitt seinen Rücktritt erklärt. Die Gründe dafür blieben unklar. „Mike war entscheidend verantwortlich dafür, dass McLaren nun als eine der führenden Luxus-Superautomarken anerkannt ist“, lobte ihn die Firma zum Abgang. Flewitt stand acht Jahre lang an der Spitze des Unternehmens, führte es durch die Corona-Krise, die das Unternehmen jedoch schwer getroffen hat. Zeitweise überlegte der Vorstand sogar, einen Teil der Oldtimer-Sammlung zu verpfänden, um eine Viertelmilliarde Pfund aufzutreiben. Als Interimschef für McLaren wurde nun der frühere Porsche-Chef und VW-Produktionsvorstand Michael Mann berufen. Er ist im VW-Konzern bestens vernetzt.

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