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Defizite wegen des Brexits : Ford will tausende Stellen in Europa streichen

  • Aktualisiert am

Der Ford-Chef Jim Hackett (l.) hat mit einigen Baustellen zu kämpfen. Bild: AP

Ford macht in Europa Millionenverluste. Um wieder Geld zu verdienen, sollen tausende Stellen gestrichen werden. Ganze Werke könnten geschlossen werden. Die Amerikaner hoffen auf eine neue Kooperation mit Volkswagen.

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          Ford will sein tief in den Verlusten steckendes Europageschäft umbauen und Tausende Arbeitsplätze streichen. Der amerikanische Autobauer kündigte am Donnerstag ein Programm an, durch das die Kosten in diesem und im nächsten Jahr massiv gesenkt werden sollen. Zugleich will das Unternehmen in neue Modelle investieren und das Fahrzeugangebot elektrifizieren, um die schärferen EU-Klimavorgaben zu erfüllen. Unprofitable Fahrzeugmodelle sollen aus dem Angebot gestrichen werden. „Wir ergreifen entschlossene Maßnahmen, um das Ford-Geschäft in Europa zu transformieren“, erklärte Europachef Steven Armstrong.

          Ford wolle die Arbeitskosten so weit wie möglich senken und Mitarbeiter dazu bewegen, freiwillig auszuscheiden. Dazu sollen Gespräche mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft aufgenommen werden. Die Höhe des geplanten Personalabbaus nannte Armstrong nicht. Im Gespräch mit Reuters machte er jedoch klar, dass „Tausende“ Stellen wegfallen sollen. „Das Redesign soll das Geschäft wieder auf ein akzeptables Niveau bringen.“ Zuletzt waren bei Ford in Europa rund 53.000 Leute beschäftigt.

          Der Brexit macht zu schaffen

          Ziel sei, in Europa eine langfristige operative Rendite von sechs Prozent zu erzielen. Im dritten Quartal 2018 hatte Ford in Europa einen Verlust von 245 Millionen Dollar eingefahren nach minus 192 Millionen vor Jahresfrist. Den Amerikanern macht der Brexit zu schaffen. Für Ford ist Großbritannien der größte europäische Markt, das schwache Pfund trifft den amerikanischen Autobauer deshalb besonders stark. Auch schwächere Geschäfte in Russland und der Türkei schlugen zu Buche.

          Zur Sanierung soll die mit Volkswagen geplante Allianz beitragen, durch die das Geschäft mit leichten Nutzfahrzeugen gestärkt werde. Details dazu gab Armstrong nicht bekannt. Der Abbau von Arbeitsplätzen und die Überarbeitung des Modellangebots erfolgten unabhängig vom Ergebnis der Gespräche mit Volkswagen.

          „Es ist zu früh, um zu spekulieren, wie sich die VW-Allianz auf unsere Strategie auswirken wird.“ Reuters hatte am Mittwoch aus Unternehmenskreisen erfahren, dass die beiden Konzerne nächste Woche auf der Automesse in Detroit eine Rahmenvereinbarung für eine globale Zusammenarbeit bekanntgeben wollen.

          Ford kündigte an, die Fertigung eines Automatikgetriebes in Bordeaux einzustellen. Zudem wird das Gemeinschaftsunternehmen Sollers in Russland auf den Prüfstand gestellt. Eine Entscheidung wurde für das zweite Quartal angekündigt. Die Niederlassung in Großbritannien soll ebenfalls restrukturiert werden.

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