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Verluste im Europageschäft : Ford spart 12.000 Arbeitsplätze in Europa ein

Ein Ford Fiesta entsteht in der Kölner Produktionshalle des amerikanischen Autoherstellers. Bild: dpa

Ford macht in Europa Verluste. Mit dem Abbau von Arbeitsplätzen und einem neuen Fokus will Ford auf dem Kontinent wieder Geld verdienen. Im Zentrum der Pläne stehen drei Sparten – und die Elektromobilität.

          Schon länger ist bekannt, dass der amerikanische Autohersteller Ford sein zuletzt schwächelndes Europageschäft restrukturieren muss. Nun hat das Unternehmen mitgeteilt, dass im Zuge von Standortstilllegungen in Frankreich oder Russland sowie Werksverkleinerungen in Deutschland insgesamt 12.000 europäische Arbeitsplätze wegfallen werden. Das ist rund ein Zehntel der zuletzt gut 120.000 Menschen, die Ford im eigenen Namen oder in Gemeinschaftsunternehmen mit Dritten bisher in Europa beschäftigt hat. Durch schon im Frühjahr angekündigte Schließungen sinkt die Zahl der europäischen Ford-Standorte von 24 auf 18. Den Abbau von gut 5000 der bisher 24.000 Stellen in Deutschland will Ford bewerkstelligen, indem es ein freiwilliges Abfindungsprogramm sowie Vorruhestandsregelungen anbietet.

          Sich von Mitarbeitern zu trennen, sei die härteste Entscheidung, sagte Stuart Rowley, der Europachef von Ford, am Donnerstag. Und sein Unternehmen gewähre Unterstützung, um die Folgen für die Betroffenen und deren Familien zu mildern. Die Restrukturierung in Europa ist seinen Angaben nach auf einem guten Wege: Rowley kündigte an, dass sich das Geschäftsergebnis von Ford in Europa schon in diesem Jahr signifikant verbessern werde. Ob am Ende ein positiver Ergebnisbeitrag steht, ließ er offen.

          Im vergangenen Jahr hatte der Autohersteller in Europa einen Verlust in Höhe von fast 400 Millionen Dollar vor Steuern ausgewiesen, das Verhältnis zwischen Vorsteuergewinn und Umsatz belief sich auf -1,3 Prozent. Langfristig will Ford die operative Marge auf 6 Prozent steigern.

          Elektrische Zukunft

          Dazu soll auch eine neue Organisation beitragen, die vom nächsten Montag an greift. Dabei konzentriert sich Ford in Europa auf drei Geschäftssparten – Personenkraftwagen, leichte Nutzfahrzeuge sowie den Import von Sportwagen oder sportlichen Geländewagen für den amerikanischen Markt.

          Indem das Unternehmen sich auf diese drei Sparte fokussiert, will es Entscheidungen schneller treffen und stärker auf die spezifische Nachfrage in Europa eingehen können. Unter anderem plant das Unternehmen, mehr Fahrzeuge für den europäischen Markt zu bauen. Innerhalb der nächsten fünf Jahre wird Ford mindestens drei neue Produktlinien vorstellen und das Angebot an sportlichen Geländewagen (SUV) ausbauen. Zudem will Ford künftig auch reine Elektroautos in Europa bauen.

          Europachef Rowley widersprach dem Eindruck, dass Ford spät dran sei, was die Elektrifizierung seines Fahrzeugangebots betrifft. Er verwies auf die neue Version des Kuga-SUV, das vom nächsten Jahr an in mehreren Hybridversion verfügbar sei. Zudem soll im Jahr 2021 eine Batterieversion des Transporters Transit auf den Markt kommen. Fords Zukunft wurzele in der Elektrifizierung, sagte Rowley.

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