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Saarlouis : Verlorener Milliardenpoker um Ford

Vor fünf Jahren hatte Ford den Standort Valencia schon einmal gestärkt. Damals flossen 750 Millionen Euro in die Fertigung des Modells Kuga. Bild: obs

Ford lässt sein neues Elektroauto in Spanien bauen. Das Saarland ist zurecht enttäuscht und darf Lösungen erwarten. Manche Vorwürfe sind jedoch wohlfeil.

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          Der Autokonzern Ford sieht derzeit im Saarland keine Zukunft. Die Entscheidung, das erste selbst entwickelte Elektroauto in Spanien zu bauen und nicht in Saarlouis, ruft nicht nur bei direkt Betroffenen verständlicherweise Wut und Ängste hervor. Für die Region im Südwesten der Republik steht einer der wichtigsten Arbeitgeber und mit ihm eine Schlüsselindustrie auf der Kippe.

          Wenn Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck nun Ford als Arbeitgeber in die Pflicht nimmt, ernsthafte Perspektiven für Saarlouis zu entwickeln und den Standort nicht einfach abzuwickeln, hat er damit recht. Reichlich wohlfeil klingen dagegen die Vorwürfe aus der Landesregierung, es handele sich um ein abgekartetes Spiel.

          Natürlich wissen Konzerne seit eh und je, wie sie sich Neuansiedlungen finanziell vergolden lassen können. Kommunen und Politik spielen in diesem Subventionspoker mit Blick auf den Jackpot aus Arbeitsplätzen und Kaufkraftgewinnen nur allzu gerne mit.

          Gerade mal ein Vierteljahr ist es her, dass Magdeburg den Zuschlag für die größte Investition der deutschen Nachkriegsgeschichte durch den US-Chiphersteller Intel erhielt. Mutmaßlicher Bundeszuschuss: knapp 7 Milliarden Euro. Zahlreiche europäische Wettbewerber hatten das Nachsehen.

          Sven Astheimer
          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

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