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F.A.Z. exklusiv : Folgt im Commerzbank-Vorstand Mlnarsky auf Schmittroth?

Sabine Mlnarsky, die als Nachfolgerin von Sabine Schmittroth im Vorstand der Commerzbank gehandelt wird, konnte auch den Arbeitnehmerflügel im Aufsichtsrat überzeugen. Bild: Andi Bruckner

Aufsichtsratschef Helmut Gottschalk hat eine klare Favoritin als neuer Personalvorstand. Doch die Arbeitnehmervertreter wollen gründlicher sondieren.

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          In der Commerzbank kommt wieder eine Sabine für die zum Jahresende ausscheidende Personalvorständin Sabine Schmittroth – zumindest wenn es nach dem Aufsichtsratsvorsitzenden Helmut Gottschalk geht. Der als penibel geltende oberste Kontrolleur der Commerzbank favorisiert nach Informationen der F.A.Z. Sabine Mlnarsky. Die österreichische Juristin ist derzeit Personalchefin der Erste Group Bank, also von Holding und Tochtergesellschaften des Spitzeninstituts der österreichischen Sparkassen.

          Hanno Mußler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Allerdings reden bei der Besetzung des Personalvorstandes und damit gleichzeitig der Arbeitsdirektorin in der Commerzbank AG die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat ein gehöriges Wort mit. Und diese lassen Gottschalks Favoritin nicht einfach so passieren, sondern setzten durch, dass am Montagnachmittag in Frankfurt ein ausführliches Vorstellungsgespräch stattfand.

          Für dieses Vorstellungsgespräch sollte sich nicht nur Mlnarsky Zeit nehmen; vielmehr wollten die Arbeitnehmervertreter auch die anderen beiden Damen kennenlernen, die von dem beauftragten Headhunter in den engeren Kreis der Kandidatinnen („Short List“) für den in der Commerzbank bald vakanten Posten des Personalvorstands aufgenommen, von Gottschalk aber offenbar schon ausgeschlossen worden waren. Ob die Arbeitnehmervertreter am Ende auf der nächsten Aufsichtsratssitzung Anfang Juli Gottschalks Favoritin Mlnarsky durchwinken oder sich sogar für eine der beiden anderen Kandidatinnen aussprechen, war am Montagabend unklar.

          Schmittroth mit schwerem Stand

          Klar ist nur, dass Schmittroth ihr Amt zum Jahresende aufgibt. Die Anfang August 57 Jahre alt werdende gebürtige Bochumerin rückte im Jahr 2020 für Michael Mandel in den Vorstand auf. Ihm hatte sie zuvor fünf Jahre als Bereichsvorständin Private Kunden gedient. Die Aufgabe der Personalvorständin übernahm Schmittroth zusätzlich zu der des Privatkundenvorstands. Als die Commerzbank dann einen umfangreichen Personalabbau beschloss, war Schmittroth stark gefordert.

          Mit Antritt des neuen Vorstandsvorsitzenden Manfred Knof am 1. Januar 2021 brach die Commerzbank dann mit der alten Privatkundenstrategie, Schmittroth fehlte es intern an Glaubwürdigkeit. Ihre potentielle Nachfolgerin Sabine Mlnarsky, die nach eigenen Angaben von 1992 bis 1998 in Wien Jura studiert hat und vor und nach einer Zeit bei der Erste Bank auch fast drei Jahre für Austrian Airlines gearbeitet hat, wäre nicht das einzige ehemalige Erste-Bank-Vorstandsmitglied in der Commerzbank. Auch der neue Privatkundenvorstand Thomas Schaufler kam im Dezember 2021 von der Erste Group Bank AG.

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