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Folgen der Energiewende : RWE macht ersten Verlust in der Nachkriegszeit

  • Aktualisiert am

Wegen weniger wertvoller Kraftwerke ist RWE kräftig ins Minus gerutscht. Bild: dpa

Dem Versorger RWE macht die Energiewende weiter schwer zu schaffen: Er weist nun einen Verlust von beinahe 2,8 Milliarden Euro aus - den ersten seit mehr als 60 Jahren.

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          Zum ersten Mal in der Nachkriegszeit weist der deutsche Energieversorger RWE einen Jahresverlust aus. Wegen hoher Wertberichtigungen auf seinen Kraftwerkspark meldet der Konzern in Essen für das vergangene Jahr einen Nettoverlust von beinahe 2,8 Milliarden Euro. Und auch in diesem Jahr erwartet das Unternehmen weitere Einbußen.

          „Erstmals seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland, also seit mehr als 60 Jahren, schreibt der Essener Energieversorger einen Nettoverlust – und zwar in Höhe von -2,8 Mrd. Euro“, heißt es wörtlich in einer Pressmitteilung des Unternehmens: „Grund sind Wertberichtigungen von rund 4,8 Mrd. Euro, die RWE im Gesamtjahr vorrangig auf den Kraftwerkspark vornehmen musste.“

          Mehr stillgelegte Kraftwerke

          Vor allem das Geschäft mit der konventionellen Stromerzeugung brach ein: Das Betriebsergebnis in diesem Bereich sank um beinahe 60 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro - auch weil RWE im vergangenen Jahr für CO2-Zertifikate Geld zahlen musste. Die gesamte Stromerzeugung des Konzerns ging um fünf Prozent auf 217 Milliarden Kilowattstunden
          zurück.

          RWE hat bereits mehrere Kohlekraftwerke wegen mangelnder
          Rentabilität vom Netz genommen. Ihre Zahl könnte sich in diesem Jahr sogar noch erhöhen, erklärte Konzernchef Peter Terium im neuen Geschäftsbericht. Terium möchte die Probleme seines Unternehmens auch mit einem sogenannten Kapazitätsmarkt lösen: Die Versorger - nicht nur RWE - wollen dafür bezahlt werden, dass sie mittels Kohle oder Gas hergestellten Strom vorhalten für den Notfall. Das sei keine Subvention, betont Terium: „Die Feuerwehr wird ja auch nicht nur dann bezahlt, wenn sie einen Brand löscht.“

          Bereinigt um die erfolgten Wertberichtigungen verdiente der RWE-Konzern aber weiter Geld. Als „nachhaltiges Nettoergebnis“ meldet das Unternehmen für das vergangene Jahr 2,3 Milliarden Euro, was rund 200 Millionen weniger sind als im Jahr zuvor. Der Umsatz legte hingegen zu auf nunmehr gut 54 Milliarden Euro. Weiterhin will RWE an dem Ziel festhalten, und 1 Euro Dividende je Anteilsschein auszahlen für das vergangene Jahr.

          Für dieses Jahr erwartet der Konzern, dass sich sein Geschäftsergebnis weiter verschlechtert. Er prognostiziert ein nachhaltiges Nettoergebnis zwischen 1,3 und 1,5 Milliarden Euro - also eine Milliarde weniger als im vergangenen Jahr.

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