https://www.faz.net/-gqe-vyzi

Flugzeugbau : Airbus erwägt Montage in Amerika

  • Aktualisiert am

EADS will in Alabama ohnehin 180 Tankflugzeuge bauen, wenn der Konzern den Zuschlag dafür erhält Bild: REUTERS

Der hohe Euro-Kurs macht Airbus derzeit stark zu schaffen. Das Unternehmen produziert bislang ausschließlich in Europa. Flugzeuge werden jedoch traditionell in Dollar verkauft. Jetzt erwägt Airbus, zivile Maschinen im amerikanischen Alabama zu montieren.

          1 Min.

          Der europäische Flugzeughersteller Airbus hält wegen des schwachen Dollars die Verlagerung von Teilen seiner Produktion aus dem Euro-Raum für überlebenswichtig. Dies betreffe alle Flugzeugtypen, aber nicht alle Teile, sagte Louis Gallois, Chef des Airbus-Mutterkonzerns EADS, am Montag dem französischen Radiosender Europe 1. Der hohe Euro-Kurs macht Airbus derzeit stark zu schaffen, da der Flugzeugbauer bislang ausschließlich in Europa produziert. Flugzeuge werden jedoch traditionell in Dollar verkauft. Ein um zehn Cent stärkerer Euro kostet Airbus und seinen Mutterkonzern EADS gut eine Milliarde Euro an Gewinn.

          Um sich davon unabhängiger zu machen, erwägt Airbus die in Mobile im amerikanische Staat Alabama geplante Endmontage für Tankflugzeuge auch für den Bau ziviler Flugzeuge zu nutzen. Voraussetzung dafür ist jedoch der Zuschlag für zunächst 180 Tankflugzeuge für die amerikanische Luftwaffe, um den sich EADS zusammen mit Northrop Grumman bemüht.

          Endfertigung bisher in Hamburg und Toulouse

          Derzeit befindet sich Airbus zur Bewältigung seiner durch den A380 ausgelösten Krise in einer massiven Umstrukturierung, zu der auch der Verkauf von Werken gehört. Gallois sagte, Airbus sei weiter in Gesprächen mit Interessenten. Er schränkte jedoch ein, dass der schwache Dollar wenig hilfreich für die Verhandlungen sei. Bis Jahresende sollen die bevorzugten Bieter für die insgesamt sieben zum Verkauf stehenden Werke ausgewählt werden - davon vier in Deutschland. Die Airbus-Werke in Varel und Nordenham sollen im Verbund mit dem EADS-Werk in Augsburg abgegeben werden. Insgesamt gibt es noch vier Interessenten: der amerikanische Konzern Spirit, MT Aerospace der Bremer OHB-Gruppe, die französische Latecoere und die britische GKN.

          Der „Financial Times Deutschland“ (Montagausgabe) zufolge macht Airbus-Chef Tom Enders intern Druck und räumt auch dem amerikanische Konzern Spirit eine „reelle Chance“ ein. Spirit war vor einigen Jahren aus ehemaligen Werken von Airbus Hauptkonkurrent Boeing entstanden. Die Bundesregierung und Betriebsräte bevorzugen deshalb eine nationale Lösung. Enders hatte jedoch bereits im Sommer im Interview mit Reuters klar gemacht, dass das Hauptkriterium beim Verkauf der Werke das Nutzen für Airbus sein werde. Eine „politische Kuschellösung“ aus nationalen Rücksichtnahmen erachte er als wenig sinnvoll.

          Die Airbus-Produktion ist bisher in Europa konzentriert. Die Endfertigung findet bisher in Hamburg und Toulouse statt. Im Mai begann Airbus im chinesischen Tianjin, 110 Kilometer östlich von Peking, erstmals mit dem Bau eines Fertigungswerks außerhalb von Europa.

          Weitere Themen

          DNA-Chips und Europa ohne Croissants Video-Seite öffnen

          Digitalkonferenz DLD : DNA-Chips und Europa ohne Croissants

          Das F.A.Z.-Digitec-Podcast-Team auf der Digitalkonferenz DLD in München: Alexander Armbruster und Carsten Knop sprechen über die Möglichkeiten von Quantencomputern, die Grenzen von Moore‘s Law - und warum es irgendwann DNA-Chips geben muss.

          „Ein Wirtschaftssystem für reiche Männer“

          Oxfam : „Ein Wirtschaftssystem für reiche Männer“

          Oxfam prangert die Benachteiligung von Frauen durch ungleiche Arbeitsteilung in Familien an. Gefordert werden höhere Ausgaben für die Kinderbetreuung und gezielte Entwicklungshilfe für Frauen in ärmeren Ländern.

          Topmeldungen

          Oxfam stellt unter dem Titel „Frauen arbeiten unbezahlt, Milliardäre machen Kasse“ verschiedene Forderungen.

          Oxfam : „Ein Wirtschaftssystem für reiche Männer“

          Oxfam prangert die Benachteiligung von Frauen durch ungleiche Arbeitsteilung in Familien an. Gefordert werden höhere Ausgaben für die Kinderbetreuung und gezielte Entwicklungshilfe für Frauen in ärmeren Ländern.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.