https://www.faz.net/-gqe-8m3tw

Samsungs Problemhandy : Flugzeug wegen brennendem Galaxy Note 7 evakuiert

  • Aktualisiert am

Samsung-Werbung in London Bild: dpa

Akkuprobleme machen Samsung weiterhin zu schaffen. In Amerika musste ein Flugzeug geräumt werden, weil von einem Handy Rauch aufstieg. Dabei soll es sich um ein bereits ausgetauschtes Gerät gehandelt haben.

          2 Min.

          Ein Samsung-Smartphone des Modells Galaxy Note 7 hat gut einen Monat nach dem weltweitem Rückruf in einem Flugzeug in Amerika kurz vor dem Start Feuer gefangen. Die noch am Gate stehende Maschine wurde in Louisville (Bundesstaat Kentucky) geräumt und der Flug nach Baltimore wurde gestrichen.

          Verletzte habe es nicht gegeben, berichteten amerikanische Medien. Besonders unangenehm für Samsung: Bei dem Gerät handelte es sich dem Besitzer zufolge bereits um ein Austauschgerät, das er im Zuge des Rückrufs erhalten habe. Eine Bestätigung dafür vom Unternehmen gab es aber bislang nicht. Samsung hatte das Note 7 wegen Brandgefahr zurückgerufen.

          Eine Samsung-Sprecherin erklärte auf Nachfrage, zu dem Vorfall noch keine Angaben machen zu können. Man arbeite mit der Fluggesellschaft und den Behörden zusammen, um das Smartphone untersuchen zu können.

          Anfang September hatte Samsung nach zahlreichen Zwischenfällen die Gefährdung infolge von Akku-Problemen bei dem Phablet - einer Mischung aus Smartphone und Tablet-Computer - eingeräumt und eine weltweite Austausch-Aktion angekündigt. Erst vor wenigen Tagen brachte der Konzern das Modell in Südkorea wieder auf den Markt.

          Akkus gelten mitunter als Sicherheitsrisiko

          Zwischenfälle an Bord von Flugzeugen sind besonders heikel. Die amerikanische Flugaufsicht FAA hatte bereits am 8. September den Betrieb von Note-7-Geräten an Bord untersagt. Die europäische Luftfahrtbehörde EASA zog einen Tag später mit einer ähnlichen Anweisung nach. Danach dürfen Passagiere und Crew-Mitglieder ihre Note-7-Geräte an Bord weder anmachen noch laden. Sie dürfen auch nicht in aufgegebenem Gepäck verstaut werden.

          Seither wird an Bord eigens auf das Nutzungsverbot für das Samsung-Gerät hingewiesen - keine Werbung für den Konzern. Feuer gehört zu bedrohlichsten Zwischenfällen, die es an Bord von Flugzeugen geben kann. Gerade Akkus an Bord sind je nach Technik umstritten und gelten mitunter als Sicherheitsrisiko.

          Der nun betroffene Passagier des evakuierten Fliegers erzählte dem Lokalsender Wave 3, die Besatzung habe alle Fluggäste mit einem Note 7 darum gebeten, die Geräte auszuschalten. Er habe das getan und das Handy in seine Hosentasche gesteckt. Wenige Sekunden später habe er einen Knall gehört und Rauch bemerkt.

          Allein in Amerika 92 gemeldete Fälle

          „Es war elektronischer Rauch - ein braunes, grün-graues, echt hässliches Zeug - und er kam ziemlich dicht aus dem Gerät heraus“, sagte der Mann. Er habe das Smartphone auf den Boden geworfen, und es habe sich durch den Teppich gebrannt.

          Das Handy habe er erst zwei Wochen zuvor abgeholt, nachdem er sein Anfang September gekauftes Exemplar wegen des weltweiten Rückrufs eingetauscht hatte, erzählte der Mann weiter. Auf der Verpackung sei angegeben gewesen, dass es sich um ein einwandfreies Gerät handelte.

          Nach Angaben der amerikanischen Verbraucherschutzbehörde CPSC von Mitte September wurden allein in Amerika 92 Fälle gemeldet, in denen sich ein Note 7 überhitzt hatte.

          Weitere Themen

          Eine Batterie für alles!

          FAZ Plus Artikel: Zukunft der Menschheit : Eine Batterie für alles!

          Mit einem Handy fing alles an, inzwischen geben Autohersteller jährlich dutzende Milliarden dafür aus: Lithium-Ionen-Akkus treiben heute zahllose Geräte an. Die größte Zeit der Batterien steht aber noch bevor.

          Topmeldungen

          Zukunft der Menschheit : Eine Batterie für alles!

          Mit einem Handy fing alles an, inzwischen geben Autohersteller jährlich dutzende Milliarden dafür aus: Lithium-Ionen-Akkus treiben heute zahllose Geräte an. Die größte Zeit der Batterien steht aber noch bevor.

          Katalonien-Konflikt : Kein Ende der Krise in Sicht

          Die teils gewaltsamen Proteste in Barcelona und Katalonien halten an. Seit Freitag wurden nach Behördenangaben mehr als 180 Menschen verletzt, es gab 80 Festnahmen. Die Sicherheitskräfte sind überfordert.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.