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Flugverkehr : Lufthansa sondiert neue Billigflugangebote nach Asien

Lufthansa-Maschinen in Frankfurt Bild: dpa

Europas größte Fluggesellschaft muss sich gegen Konkurrenten wehren, die ihr auf Fernstrecken nach Asien Kunden wegnehmen. Jetzt knüpft Lufthansa-Chef Spohr nach Informationen der F.A.Z. enge Bande mit Air China.

          Bei politischen Missionen entwickelt Carsten Spohr allmählich Routine: Erst im Mai durfte er sich im Roosevelt-Zimmer des Weißen Hauses mit Präsident Obama austauschen. An diesem Wochenende begleitet der frisch amtierende Vorstandsvorsitzende der Deutschen Lufthansa AG die Kanzlerin auf ihrer Reise nach China, um Manager und Spitzenpolitiker in der Volksrepublik zu treffen.

          Ulrich Friese

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Ebenso wie beim Plausch mit Obama, bei dem es um Investitionen in Puerto Rico ging, hat Spohr auch im Reich der Mitte Zukunftsprojekte im Blick. Er will den losen Verbund mit Air China zügig ausbauen und so die Präsenz seiner Fluggesellschaft im Schlüsselmarkt des globalen Luftverkehrs festigen.

          Carsten Spohr

          Geplant ist nach Informationen der F.A.Z. die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens, das am Wochenende in China vertraglich besiegelt werden soll. Beide Fluggesellschaften, die seit Jahren über das internationale Servicenetzwerk „Star Alliance“ verbunden sind, wollen so Streckennetze und Flugpläne (Codesharing) aufeinander abstimmen sowie die damit verbundenen Umsätze und Kosten für dieses Projekt teilen. Ähnlich exklusive Partnerschaften gibt es für Japan, Nordamerika und Kanada. Sie alle haben sich laut Lufthansa als wirtschaftlich erfolgreich bewährt.

          Für Spohr hat der Pakt mit Air China vor allem strategische Bedeutung. Seit langem sondiert Europas größte Fluggesellschaft Optionen, um ihre schwache Position in Asien zu verbessern und dabei aggressiven Konkurrenten aus der Golfregion die Stirn zu bieten. Vor allem Emirates aus Dubai, Etihad Airways aus Abu Dhabi oder Turkish Airways graben den Lufthanseaten immer mehr Kunden und Marktanteile auf den Fernostrouten ab. Um die Preisbrecher aus der Golfregion auf Abstand zu halten, will Spohr auf ausgewählten Strecken mit Billigflugangeboten kontern.

          Die neuen Geschäfteinheiten des Konzerns könnten unter neuem Markennamen in China oder in anderen Schlüsselregionen Südostasiens aktiv werden, heißt es in Frankfurt. Die Blaupause für dieses Konzept liefert zurzeit der Billigfluganbieter Norwegian. Die Gesellschaft aus Oslo bietet Fernstrecken nach Asien oder Nordamerika zu Tiefstpreisen an, wobei Piloten und Bordpersonal vorzugsweise außerhalb Europas rekrutiert werden, um die Personalkosten um rund 30 Prozent unter dem Niveau in der Heimat zu halten.

          „Mit Air China verfügen wir über den idealen Türöffner, um die Chancen vor Ort für eine eigene Billigflug-Plattform auszuloten“, schwärmt ein Lufthansa-Manager. Die von Peking aus gesteuerte Fluggesellschaft setzt mit 30.000 Mitarbeitern rund 2 Milliarden Dollar im Jahr um und rangiert mit einer Flotte von 432 Flugzeugen knapp hinter den Rivalen China Southern und China Eastern.

          Air China und Lufthansa Technik gründeten schon 1989 ein gemeinsames Unternehmen für die Wartung von Flugzeugen. Zwischenzeitlich waren beide Gesellschaften auch über die Frachtfluggesellschaft Jade Cargo liiert. Das 2004 gegründete Unternehmen, an dem Lufthansa mit 25 Prozent beteiligt war, erwies sich jedoch aufgrund falscher Markteinschätzung als wirtschaftlicher Flop und wurde 2011 liquidiert.

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