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737 Max : Flugverbot kostet Boeing Milliarden

Aus dem Verkehr gezogene Maschinen vom Typ 737 Max stehen bei Boeing in Seattle. Bild: Reuters

Der amerikanische Konzern stellt sich nach den Abstürzen der 737-Max-Maschinen auf hohe Entschädigungen ein. Es könnte sogar noch schlimmer kommen. Doch die Investoren goutieren die Klarheit.

          Das Flugverbot für das nach zwei Abstürzen aus dem Verkehr gezogene Modell 737 Max kostet Boeing einen hohen Milliardenbetrag. Der amerikanische Konzern kündigte am Donnerstag nach Börsenschluss an, für das abgelaufene zweite Quartal einen Nachsteueraufwand von 4,9 Milliarden Dollar zu verbuchen.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Dieser Betrag berücksichtigt Entschädigungszahlungen und andere Zugeständnisse an Kunden des Konzerns, die die Maschine im Moment nicht einsetzen können und länger auf Lieferungen warten müssen. Boeing verbucht diese Aufwendungen zwar für das vergangene Quartal, weist aber darauf hin, dass sich die finanziellen Zugeständnisse an die Kunden über einen Zeitraum von mehreren Jahren erstrecken werden.

          Boeing teilte außerdem mit, für das abgelaufene Quartal mit zusätzlichen Kosten von 1,7 Milliarden Dollar zu rechnen, die sich daraus ergeben, dass das Unternehmen länger als zunächst geplant niedrigere Stückzahlen der Maschine herstellt. Schon für das erste Quartal hatte Boeing eine Milliarde Dollar im Zusammenhang mit den gesunkenen Produktionsraten angekündigt.

          Aktienkurs steigt

          Die Börse wertete die Mitteilung von Boeing positiv, der Aktienkurs legte im nachbörslichen Handel um zwei Prozent zu. Investoren haben nun eine konkretere Vorstellung davon, wie teuer die Geschehnisse um die 737 Max für Boeing werden. Dies müssen allerdings noch keine endgültigen Summen sein, zumal den Schätzungen die Annahme zugrunde liegt, dass das Flugverbot für die Maschine zu Beginn des vierten Quartals aufgehoben wird.

          Ob es dazu kommt, muss sich erst noch zeigen. In amerikanischen Medien hieß es erst vor wenigen Tagen, dass sich Vertreter der amerikanischen Flugaufsicht FAA und von Pilotengewerkschaften auf eine Zwangspause für die 737 Max bis Januar 2020 einstellen.

          Die 737 Max wurde im März dieses Jahres von Aufsichtsbehörden in aller Welt aus dem Verkehr gezogen. Das Flugzeug wird im Moment nicht an Kunden geliefert, und Boeing hat auch die Produktionsraten von zuvor 52 auf 42 Maschinen im Monat reduziert.

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