https://www.faz.net/-gqe-8x7ur

Angeschlagene Fluggesellschaft : Alitalia steht vor dem Aus

  • Aktualisiert am

Ein Alitalia-Airbus 2009 in Mailand Bild: AP

Mit einem Sanierungsplan sollte Alitalia noch einmal gerettet werden. Doch jetzt kommt es wohl anders – weil die Mitarbeiter gegen den Kompromiss gestimmt haben.

          1 Min.

          Die schwer angeschlagene italienische Fluggesellschaft Alitalia steht vor dem Ende. In einem Referendum stimmte die Mehrheit der Mitarbeiter gegen einen mit der Regierung ausgehandelten Kompromiss zur Rettung der Fluglinie. Am Dienstag sollte der Verwaltungsrat zu Beratungen über die Zukunft zusammenkommen, teilte die Airline mit. Im Vorfeld hatte Italiens Regierungschef Paolo Gentiloni gesagt, falls der Plan scheitere, könne Alitalia nicht überleben.

          Die Airline mit mehr als 12.000 Mitarbeitern steckt seit Jahren in der Krise. Mitte März hatte das Management einen Rettungsplan vorgestellt. Er sieht ein drastisches Sparprogramm vor, der die einstige Staatsfluglinie binnen zwei Jahren wieder in die Gewinnzone bringen soll. Die Gewerkschaften riefen angesichts der vorgesehenen Stellenstreichungen und Kürzungen der Gehälter des Flugpersonals mehrfach zu Streiks auf.

          Der Kompromiss, der durch die italienische Regierung vermittelt wurde und den auch die Gewerkschaften unterstützt hatten, sah vor, dass die Gehälter um durchschnittlich 8 statt 30 Prozent gekürzt und 980 statt fast 1400 der 12.500 Beschäftigten entlassen werden.

          Mit Etihad sollte eigentlich Neustart möglich sein

          Mit „Bedauern und Bestürzung“ habe man den negativen Ausgang des Referendums wahrgenommen, der die Rekapitalisierung des Unternehmens gefährde, teilten Wirtschafts-, Arbeits- und Verkehrsministerium in einer gemeinsamen Erklärung mit. Das Ziel der Regierung sei es, die Kosten „für die italienischen Bürger und die Reisenden“ zu minimieren.

          Ihr Ausblick auf den Tag: Kompakt und prägnant - und mit exklusiven Berichten unserer Korrespondenten. Abonnieren Sie den Newsletter „Agenda“.

          Alitalias Anteilseigner, darunter die Banken Unicredit und Intesa Sanpaolo, hatten damit gedroht, die Umschuldung von Verbindlichkeiten der Fluglinie zu blockieren, sollte es keinen Sanierungsplan geben. Die Fluggesellschaft hat vor allem mit Billigfliegern zu kämpfen, die auf den italienischen Markt gedrängt sind und mit der Konkurrenz von Schnellzügen innerhalb Italiens.

          Die Übernahme von 49 Prozent der Anteile durch die arabische Fluggesellschaft Etihad sollte den Neustart bringen. Doch die Beteiligung erwies sich für die Araber bislang als teures Zuschussgeschäft - ähnlich wie ihre Beteiligung an Air Berlin.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Eine Razzia in einer Shisha-Bar in Bochum

          Aussteigerprogramm : Raus aus dem Clan

          Nordrhein-Westfalen will den Ausstieg aus kriminellen Großfamilien erleichtern. Das Programm läuft gut an, doch die Erfahrungen lehren auch: Wer den Ausstieg wagt, wird meist brutal zurück gezwungen.
          Ein provisorisches Krankenhaus für die Corona-Infizierten in der Stadt Lleida.

          Corona- und Wirtschaftskrise : Spaniens Kampf ums Überleben

          Das südeuropäische Land muss wegen des heftigsten Corona-Ausbruchs seit der Öffnung neue Ausgangssperren verhängen. Und auch wirtschaftlich sieht es düster aus: Ministerpräsident Sánchez kämpft um die Kredite und Zuschüsse der EU.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.