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Hafenbetreiber im Gespräch : „LNG ist in ein, zwei Dekaden obsolet“

Neue Partner: Der Hafen in Antwerpen (hier im Bild) hat sich erst kürzlich mit Zeebrügge zusammengeschlossen. Bild: Bloomberg

Der Hafen Zeebrügge versorgt auch Deutschland mit Flüssiggas. Der Bau von LNG-Terminals aber hat keine Zukunft, sagt der Hafenchef Vandermeiren. Er will lieber flüssiges CO2 exportieren – und hat grünen Wasserstoff im Visier.

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          In den Plänen für die künftige europäische Energieversorgung spielen Häfen eine zentrale Rolle. Das war schon vor dem Einmarsch Russlands in die Ukraine so. Schließlich soll ein Großteil des grünen Wasserstoffs, den die EU für das Erreichen ihrer Klimaziele benötigt, mit Schiffen in die EU transportiert werden. Seit dem Ausbruch des Ukrainekriegs aber werden die Häfen noch für ein ganz anderes Ziel gebraucht: um die Abhängigkeit vom russischen Erdgas zu verringern. 50 Milliarden Kubikmeter russisches Gas, ein Drittel der gesamten russischen Einfuhr, will die EU-Kommission schon in diesem Jahr durch die zusätzliche Einfuhr von Flüssiggas (LNG) ersetzen – und dafür werden Terminals in ganz Europa benötigt.

          Hendrik Kafsack
          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Dem soeben aus der Fusion der Häfen Antwerpen und Zeebrügge entstandenen neuen Hafen Brügge-Antwerpen kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. 15 Prozent der LNG-Einfuhr in die EU wird momentan über den Hafen Zeebrügge abgewickelt. Auch Deutschland wird bisher maßgeblich von dort mit LNG versorgt. Die Anlage läuft seit Wochen an der Kapazitätsgrenze. Der Vorstandsvorsitzende des Hafens, Jacques Vandermeiren, jedoch ist skeptisch, ob sich die Investition in den Bau neuer LNG-Kapazitäten lohnt – und das liegt nicht nur an den Investitionen Deutschlands in eigene LNG-Terminals. Der Platz ist zwar da, direkt neben dem bestehenden LNG-Terminal in Zeebrügge. Aber: „Warum soll ich neue LNG-Terminals bauen, die in einer Dekade oder zweien obsolet sind?“, sagt er im Gespräch mit der F.A.Z. Sosehr die Abhängigkeit von Russland vermindert werden müsse. Die Investition rechne sich letztlich zumindest bisher nicht. Entsprechend gebe es zumindest derzeit auch keine konkreten Pläne seitens des Betreibers Fluxys .

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