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Geldschwemme : Unternehmen bunkern Billionen

Umgerechnet 150 Milliarden Euro: Keiner hat mehr Geld auf dem Konto als Apple. Bild: Reuters

Die Unternehmen in Amerika bunkern mehr Geld als je zuvor: 1,7 Billionen Dollar. Apple steht an der Spitze. Warum geben die Konzerne das Geld nicht aus?

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          Es würde reichen, um alle Unternehmen im Deutschen Aktienindex zu kaufen. Um zwei Drittel von Deutschlands Staatsverschuldung auf einen Schlag zu tilgen – oder die von Griechenland vier Mal.

          Patrick Bernau
          (bern.), Finanzen, Wirtschaft

          1,7 Billionen Dollar hatten Amerikas Unternehmen am Jahreswechsel flüssig, auf ihren Konten und in kurzfristigen Wertpapieren, wie die Ratingagentur Moody's ausgerechnet hat. Das sind 1,4 Billionen Euro, so viel Geld wie noch nie und noch mal vier Prozent mehr als im Vorjahr.

          Apple ist unangefochtener Kassen-König mit umgerechnet 146 Milliarden Euro vor Microsoft mit 74 Milliarden und Google mit 53 Milliarden. Doch auch einige Pharmakonzerne haben Milliarden gebunkert, und selbst bei General Motors liegen 23 Milliarden Euro herum.

          Warum behalten die Unternehmen überhaupt so viel Geld auf ihren Konten? Sie könnten es an die Aktionäre ausschütten, aber das ist steuerlich unattraktiv. Große Teile des Geldes liegen nämlich im Ausland. Laut den amerikanischen Gesetzen müssen die Konzerne das Geld versteuern, sobald sie es in die Vereinigten Staaten holen. Und das lassen viele Konzerne bleiben.

          Sie könnten das Geld allerdings direkt im Ausland investieren. Das Geld bringt wenig Zinsen, und viele Unternehmen müssten in der digitalen Revolution einiges an Geld investieren. Wer Fabriken hat, müsste die auf intelligente und vernetzte Produktion umstellen. Wer keine Fabriken hat, könnte neue Produkte entwickeln. Warum tun das so wenige Unternehmen?

          Vor dieser Frage stehen Ökonomen weitgehend ratlos – auch in Deutschland. Hierzulande allerdings sind die Kontostände der Unternehmen ein gutes Stück niedriger. In Deutschland steht Volkswagen mit 30 Milliarden Euro an der Spitze der Rangliste, gefolgt von Daimler mit 18 Milliarden und BMW mit 16 Milliarden.

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