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Minihotels : Ihr Herz im Turm erobern

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Schwimmkran mit außergewöhnlichem Blick: der „Greif“ in Hamburg Bild: Martin Haag

Ein Berliner Unternehmen hat sich auf romantische kleine Hotels für Paare spezialisiert. Es baut Leuchttürme um und einen historischen Schwimmkran in Hamburg.

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          Mitten in der Hamburger Hafencity zwischen Glas, Stahl und Beton schaukelt sanft ein Stück Hafengeschichte: der „Greif“, ein Schwimmkran, Baujahr 1941. Seit April ist er ein außergewöhnliches, kleines Hotel für zwei Personen – und schon bis Jahresende ausgebucht. Aus ihm hat man sogar einen Blick auf die Elbphilharmonie.

          Der Greif ist ein Projekt der Berliner Floatel GmbH, die sich auf ungewöhnliche kleine Hotels mit Meeresbezug spezialisiert hat. Derzeit lässt das Unternehmen sechs Leuchttürme an den Küsten Spaniens und Italiens umbauen. Das erste Projekt wurde in Hamburg fertig, weil die Geschäftsführer Marc Nagel und Tim Wittenbecher, beide gebürtige Hansestädter, den Kran über einen Jugendfreund erwerben konnten. Wittenbecher besitzt schon drei Turmhotels auf Usedom, in Dagebüll an der Nordsee und im brandenburgischen Bad Saarow.

          Etwa eine halbe Million Euro hat der Umbau des Greifs zum Hotel gekostet, fast ein Jahr hat er gedauert. Es mussten zwei Betongewichte und eine große Stahlspindel entfernt werden, woraufhin dann die Statik durch einen neuen Stahlträger wiederhergestellt werden musste. Damit sich das Hotel amortisiert, gehen Wittenbecher und Nagel nach eigenen Angaben von einer Buchungsquote von mehr als 90 Prozent aus – trotz eines nicht geringen Preises von 450 Euro am Wochenende und 390 Euro unter der Woche für eine Übernachtung mit Frühstück in einem 19 Quadratmeter großen Zimmer plus Terrasse von 12 Quadratmetern.

          Abwasser ist eine große Herausforderung

          Floatel besitzt drei Leuchttürme in Italien und drei in Spanien. Der Leuchtturm Faro Cumplida in La Palma soll in diesem Oktober eröffnet werden; der Umbau in dem Leuchtturm Faro Cudillero in Asturien in Nordspanien hat im Sommer begonnen. Er kostet nach Unternehmensangaben etwas weniger als der Umbau des Hafenkrans und ist damit billiger als die Umbauten der anderen, größeren Leuchttürme, die je etwa 700.000 Euro kosten.

          Laut Nagel ist beim Umbau aller Projekte der Umgang mit Abwasser die größte Herausforderung. „Bei manchen Türmen wurden die Abwässer einfach ins Wasser geleitet“, erklärt er. Entweder muss man das Wasser sammeln und abholen lassen, oder man filtert es, damit es wieder in den Boden eingeleitet werden kann. Weil einige der Leuchttürme aber in Naturschutzgebieten liegen, bietet sich oft nur die erste Möglichkeit an.

          „Wenn wir uns für ein Projekt interessieren, dann können wir es nicht einfach kaufen“, berichtet Nagel. Die Hafenbehörde schreibt einen Wettbewerb um das Objekt aus, der etwa drei Jahre oder länger dauert. Doch selbst wenn die Unternehmer ihn gewinnen, sind sie noch lange nicht am Ziel. Es müssen noch Genehmigungen von Bau- und Küstenbehörde und vielen anderen Stellen eingeholt werden, was bis zu zwei weitere Jahre dauern kann.

          Paare als Zielgruppe

          Die Zielgruppe der Minihotels sind laut Nagel Paare im Alter von 35 bis 70 Jahren. Für seinen Mitgründer Wittenbecher sind die Hotels „quasi die romantischsten Plätze der Welt“. „Schwimmende Hafenkräne, die zu Hotels umgebaut wurden, gibt es sonst nicht“, sagt Nagel. Leuchtturmhotels existieren aber schon. Das Ziel von Wittenbecher und Nagel ist, in den nächsten fünf Jahren zehn Projekte am Laufen zu haben.

          Der Artikel stammt aus dem Schülerprojekt „Jugend und Wirtschaft“, das die F.A.Z. gemeinsam mit dem Bundesverband deutscher Banken veranstaltet.

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