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FlixMobility kauft Greyhound : Eine Ikone Amerikas in deutscher Hand

Windhund mit Windhund Bild: Reuters

Mit der Erschließung des amerikanischen Fernreisemarktes wird FlixMobility für den Kapitalmarkt interessant. Ein Börsengang wäre der nächste, konsequente Schritt in dieser bemerkenswerten Unternehmensgeschichte made in Germany.

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          Jeder Amerikaner kennt die silberfarbenen Busse von Greyhound. Das 1914 gegründete Unternehmen mit dem springenden Windhund als Logo ist eine Ikone im amerikanischen Fernbusmarkt, keine Frage. Aber irgendwie ist Greyhound, die zur britischen First Group gehören, nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Die Marke ist zwar bekannt, aber die Busse sind in die Jahre gekommen. Schon vor der Corona-Pandemie stiegen selbst auf dem legendären Nord-Süd-Highway zwischen Miami und Chicago immer weniger Fahrgäste in die silbergrauen Busse.

          Entsprechend günstig ist nun dem Europäischen FlixMobility die Übernahme von Greyhound gelungen. Damit setzt das junge Münchner Unternehmen seine Expansionsstrategie unbeirrt vor, und zwar immer nach dem gleichen Muster: als Plattformanbieter wird im Stil von Amazon, Airbnb oder Uber unter einer starken Marke Angebot und Nachfrage organisiert. Über Flixbus laufen die Buchungen, die grünen Busse gehören Partnerunternehmen. Und so dürften auch die jetzt übernommenen 1200 Greyhound-Busse bald aus der FlixMobility-Bilanz verschwinden.

          Mit der Erschließung des amerikanischen Fernreisemarktes wird FlixMobility für den Kapitalmarkt interessant. Auch wenn sich die drei Unternehmensgründer dazu nur vage äußern, ist ein Börsengang der nächste, konsequente Schritt in dieser bemerkenswerten Unternehmensgeschichte made in Germany.

          Henning Peitsmeier
          Wirtschaftskorrespondent in München.

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