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Fliegen erst ab 40 Euro : Österreich kündigt Mindestpreis an

Gerettet: Die Lufthansa-Tochtergesellschaft Austrian Airlines Bild: AFP

Österreich rettet die Lufthansa Tochtergesellschaft Austrian Airlines – und plant einen Mindestflugpreis von 40 Euro. Damit will man „gewissen Exzessen“ und deren sozialen und ökologischen Folgen einen Riegel vorschieben.

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          Nach langwierigen Verhandlungen hat sich die Republik Österreich mit dem Luftfahrtkonzern Lufthansa über die Rettung von deren Tochtergesellschaft Austrian Airlines (AUA) geeinigt. Wie die Regierung aus ÖVP und Grünen am Montag ankündigte, wird der Staat und der Lufthansa die Fluglinie mit 600 Millionen Euro am Leben erhalten. Im Gegensatz zu Deutschland gibt es keine staatliche Beteiligung an der Fluglinie.

          Michaela Seiser
          Wirtschaftskorrespondentin für Österreich und Ungarn mit Sitz in Wien.

          Ein Viertel der Summe werden demnach die Steuerzahler stemmen, wie der Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) erklärte. Lufthansa werde ebenfalls 150 Millionen in die Hand nehmen. Die verbleibenden 300 Millionen Euro sind Kredite durch ein österreichisches Bankenkonsortium mit staatlicher Garantie. Im Gegenzug gibt es eine zehnjährige Standortgarantie für AUA. Ein Großteil der Großteil der 7000 AUA-Beschäftigten wird demzufolge ihre Stellen behalten können.

          Zudem wurde eine Garantie für das Drehkreuz Wien beschlossen. Auch soll das Drehkreuz in Wien genauso stark wachsen wie die Lufthansa-Heimatflughäfen Frankfurt und München, sagte Kurz.

          767 Millionen Euro an Staatshilfe

          Darüber hinaus wurden Bedingungen für Klimaschutz vereinbart. Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) kündigte einen Mindestpreis für Flugtickets von rund 40 Euro an, in dem alle Gebühren, Steuern und Abgaben künftig enthalten sein müssen.

          Für Kurzstrecken unter 350 Kilometer wird zusätzlich eine Abgabe von 30 Euro eingeführt. Nach Einschätzung der Regierung ist Österreich damit ein Vorreiter in Europa. Mit diesen Anti-Dumping-Regeln schiebe man „gewissen Exzessen“ und deren sozialen und ökologischen Folgen einen Riegel vor, hieß es in der Erklärung.

          Das Rettungspaket ist ansonsten weniger umfassend ausgefallen als gedacht. Ursprünglich hatte das Management von AUA Ende April 767 Millionen Euro an Staatshilfe beantragt. Die Fluglinie hatte wegen der Coronavirus-Pandemie ihren Betrieb Mitte März weitgehend eingestellt und hebt seither nur für Sonder- und Frachtflüge ab. Die Beschäftigten wurden in Kurzarbeit geschickt. Doch schon vorher setzte dem Marktführer in Österreich die Billigflugkonkurrenz heftig zu.

          Schon im ersten Quartal wurde verlustreich bilanziert. Von Mitte Juni an will die AUA wieder den Betrieb aufnehmen. Vorerst sollen von Wien aus vor allem europäische Destinationen angeflogen werden, von Juli an sind auch wieder Langstreckenflüge geplant.

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