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Schlachtbranche : Tönnies ist unzufrieden mit neuem Gesetz

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Clemens Tönnies auf einer Pressekonferenz im Mai zu den Corona-Infektionen in seinem Schlachtbetrieb Bild: dpa

Das Bundeskabinett hat strengere Regeln für die Fleischindustrie beschlossen. Dem Chef des größten deutschen Schlachtbetriebs gefällt das gar nicht. Er beklagt sich nun öffentlich.

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          Der Geschäftsführer des Fleischkonzerns Tönnies, Clemens Tönnies, ist unzufrieden mit den geplanten schärferen Regeln für die Fleischindustrie. „Wir sollen ein Konzernverbot bekommen. Untergesellschaften sollen verboten werden, nur noch einen Inhaber soll es geben“, sagte Tönnies in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview der „Lebensmittelzeitung“ (online). Der Manager beklagte, dass dem Unternehmen durch das neue Gesetz „die Möglichkeit der Spezialisierung und die Möglichkeit, auf Marktereignisse zu reagieren“, genommen werde. „Ich muss doch Würste und Schinken produzieren und die an einem anderen Punkt schneiden und verpacken können. Mit Veggie-Wurst und Käse darf ich das. Da besteht zwingend noch Diskussionsbedarf“, sagte Tönnies.

          Das Bundeskabinett hatte am Mittwoch die geplanten schärferen Regeln für die Fleischindustrie auf den Weg gebracht. Der Gesetzentwurf von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sieht vor, dass in größeren Betrieben der Branche ab dem 1. Januar 2021 im Kerngeschäft Schlachtung, Zerlegung und Fleischverarbeitung keine Werkvertragsarbeiter und ab 1. April 2021 auch keine Leiharbeiter mehr beschäftigt werden dürfen. Bei Verstößen drohen Bußgelder. Ausgenommen sind Fleischerhandwerksbetriebe mit maximal 49 Mitarbeitern.

          Tönnies hatte am Donnerstag Vorwürfe zurückgewiesen, mit Firmenneugründungen die Abschaffung von Werkverträgen und Leiharbeitern in der Branche ab 2021 umgehen zu wollen. Der Fleischkonzern hatte zuletzt 15 sogenannte Vorratsgesellschaften am Amtsgericht Gütersloh für Rheda-Wiedenbrück ins Handelsregister eintragen lassen. „Wir haben angekündigt, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kernbereichen der Produktion direkt anzustellen. Dabei bleibt es uneingeschränkt. Wir sind bereits mitten in diesem Prozess, da wir Mitte September die ersten 1000 ehemaligen Werkvertragsarbeiter fest eingestellt haben wollen“, sagte ein Konzernsprecher am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

          Die Gründung dieser Vorratsgesellschaften sei ein völlig normaler Vorgang in einem internationalen Konzern. „Für die Festanstellungen braucht es rechtliche Grundlagen. Es ist momentan noch völlig unklar, welche Organisationsformen das geplante Gesetz vorsieht. Vorsorglich haben wir deshalb diese Gesellschaften gegründet“, sagte der Sprecher. Mit diesen Gesellschaften könne Tönnies Direkteinstellungen an verschiedenen Standorten und für die verschiedenen Gesellschaften im Konzern schnell umsetzen.

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