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Flaute am Automarkt : Porsche drosselt die Produktion

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Die Porsche-Arbeiter bekommen längere Weihnachtsferien Bild: AP

Die schlechten Nachrichten aus der Automobilindustrie reißen nicht ab: Auch Porsche schickt seine Arbeiter aufgrund der dünnen Autonachfrage länger als üblich in die Weihnachtsferien. Zuvor hatten auch schon Daimler, BMW, Opel und VW verschiedene Maßnahmen zur Produktionsdrosselung angekündigt.

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          Auch Porsche drosselt wegen der rückläufigen Autonachfrage seine Produktion. Das Unternehmen schickt die Beschäftigten seiner Sportwagenschmiede im Stuttgarter Stadtteil Zuffenhausen drei Tage länger in Weihnachtsferien als sonst. Ein Porsche-Sprecher bestätigte am Samstag einen Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“, wonach das Stammwerk vom 22. Dezember bis 9. Januar geschlossen wird. Dadurch würden rund 480 Wagen weniger gebaut. Normalerweise nimmt Porsche die Produktion nach dem Dreikönigstag am 6. Januar wieder auf.

          Die meisten Autobauer bekommen die Konjunkturflaute seit einigen Wochen massiv zu spüren. Die Nachfrage bricht ein. Daimler stoppt deshalb über den Jahreswechsel fünf Wochen die Produktion, BMW pausiert Anfang November in drei Werken für eine Woche. Opel begann bereits im Oktober, die Produktion in den meisten Werken für zwei Wochen stillzulegen.

          Auch Volkswagen, der größte Automobilkonzern Europas fährt die Produktion zurück. Das soll ohne Einschnitte in der Stammbelegschaft über die Bühne gehen. Allerdings will sich Volkswagen offenbar von vielen Leiharbeitern trennen.

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          Dem „Spiegel“ zufolge will Porsche bei anhaltend flauen Verkaufszahlen im kommenden Jahr Teile der Produktion des Boxster und des Cayman vom finnischen Auftragsfertiger Valmet nach Zuffenhausen verlagern. Der Porsche-Sprecher sagte, diese Möglichkeit sei 2005 vereinbart worden. Die finnische Firma hängt derzeit fast ausschließlich von den Produktionsaufträgen von Porsche ab, der Vertrag läuft bis 2012.

          Die Autoindustrie leidet stark unter der Angst der Verbraucher vor einem Abschwung und Schwierigkeiten mit der Finanzierung neuer Pkw. Angesichts der Nachfrageflaute steht auch die Absatzprognose der Autoindustrie von 3,2 Millionen Neuzulassungen auf der Kippe. Die Autoverkäufe seien in Westeuropa bis Ende September um neun Prozent zurückgegangen, sagte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, der Zeitschrift „Auto Motor und Sport“ laut Vorabmeldung.

          Der Rückgang auf dem amerikanischen Markt sei noch stärker. Betroffen seien nicht nur einzelne Hersteller, sondern der Gesamtmarkt. „Deshalb prüfen wir derzeit, inwieweit sich dies auf die Gesamtprognose 2008 niederschlägt“, sagte Wissmann. Die Prüfung sei aber noch nicht abgeschlossen.

          Dagegen berichtete die „Welt am Sonntag“, der VDA werde am Dienstag eine niedrigere Zahl als die 3,2 Millionen nennen. Auch der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), der die Importeure in Deutschland vertritt, werde künftig von weniger als 3,2 Millionen Neuzulassungen in diesem Jahr ausgehen, schrieb das Blatt und berief sich auf einen VDIK-Sprecher.

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