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Neue Ziele bei Mozilla : So will Firefox das Internet retten

Leiser Abgang: Mozilla hat seine Vormachtstellung als wichtigster Browser verloren. Jetzt forciert die Mozilla-Stiftung neue Ziele. Bild: Reuters

Die Mozilla-Stiftung war mit dem Firefox-Browser einst ein Superstar der Branche. Heute bestimmen andere den Standard. Und doch ist die Chance auf eine Rückkehr vielleicht so groß wie nie.

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          Die Entwickler von Mozilla dürften in der jüngsten Zeit häufiger mit dem Kopf geschüttelt haben. So lauten zwei der zehn Grundsätze im Manifest der Stiftung, die sich für ein offenes Internet einsetzt: „Das Internet muss das Leben jedes einzelnen Menschen bereichern.“ Und: „Die Sicherheit und der Schutz der Daten einer Person im Internet sind von grundlegender Bedeutung und dürfen nicht als optional betrachtet werden.“ Nicht erst in den vergangenen Tagen, aber da besonders, konnten sich Internetnutzer rund um die Welt fragen, ob diese Grundsätze noch einzuhalten sind. Das kann auch am Selbstverständnis von Mozilla kratzen. Deren Entwickler und die Stiftung dahinter ist vor allem für den Firefox-Browser bekannt. Ein Star der Nuller-Jahre, der lange Zeit als der offene und beliebtere Bruder etwa vom Internet Explorer galt. Der Browser als Beschleunigungsspur ins Internet, das damals gerne als Datenautobahn bezeichnet wurde und unser aller Leben verändert hat.

          Jonas Jansen

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Seitdem hat sich viel getan, und die Internetkonzerne wie Facebook, Google, Apple oder Amazon wurden zu den wertvollsten der Welt. Sie alle haben das offene Internet genutzt und eigene Geschäftsmodelle darauf gebaut: Ihre Dienste sind offenbar gut, denn sie werden von Milliarden Menschen genutzt. Selbst Firefox wurde vom Chrome-Browser von Google verdrängt. Auf der Videoplattform Youtube oder in Google Mail hat der Internetkonzern lange aggressiv dafür geworben, den eigenen Browser zu installieren. Schon länger hat Google nicht nur in der Suche die Vorherrschaft, sondern auch im Browser: Chrome hat einen Marktanteil von mehr als 60 Prozent, dahinter kommt lange nichts. Firefox wählt noch etwa jeder Zehnte als favorisierten Weg ins Netz. Der Ansatz, vor allem auf freie Software zu setzen, bringt einem nicht zwingend die meisten Nutzer. Und die Möglichkeit, viele Zusatzprogramme – die sogenannten Add-Ons – von anderen Entwicklern zuzulassen, ist heute Standard. Die Silicon-Valley-Konzerne haben der Stiftung aus der Nachbarschaft den Rang abgelaufen. Und doch ist die Chance auf eine Rückkehr vielleicht so groß wie nie.

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