https://www.faz.net/-gqe-927qn

Energieversorger : Finnen wollen Eon-Tochter Uniper kaufen

  • Aktualisiert am

Früher Resterampe, heute teuer verkauft: Die Eon-Tochter Uniper wird an einen finnischen Energieversorger verkauft. Bild: dpa

Früher als Resterampe des Energieversorgers Eon verschrien, hat der Energieversorger Uniper eine erstaunliche Entwicklung hingelegt. Nun wollen die Finnen zugeschlagen – und für das Unternehmen Milliarden bezahlen.

          Die Übernahme des vom Eon-Konzern abgespaltenen Kraftwerksbetreibers Uniper durch den finnischen Versorger Fortum rückt näher. Fortum habe ein Übernahmeangebot angekündigt, das eine Barzahlung im Gesamtwert von 22 Euro pro Aktie vorsehe, teilte Eon am Dienstag mit. Eon-Chef Johannes Teyssen begrüßte das Angebot. Uniper teilte mit, der Vorstand werde das Übernahmeangebot prüfen.

          Der Energiekonzern könne zudem Anfang 2018 seinen Uniper-Anteil den Finnen zum selben Preis je Aktie andienen, den auch alle anderen Aktionäre erhielten, heißt es in der Mitteilung weiter. Für Eon beliefe sich der Gesamterlös voraussichtlich auf 3,76 Milliarden Euro. Derzeit hält Eon noch knapp 47 Prozent an Uniper. Der Energiekonzern kann das Aktienpaket aber aus steuerrechtlichen Gründen erst im kommenden Jahr verkaufen.

          „Wir sehen in Fortum einen verantwortungsbewussten und zuverlässigen strategischen Partner für Uniper mit ausgezeichneten komplementären Geschäftsbereichen und Fähigkeiten“, sagte Teyssen der Mitteilung zufolge. Fortum habe zugesagt, die Interessen der Mitarbeiter von Uniper zu wahren.

          Bei der Belegschaft und der Gewerkschaft Verdi sorgen die Pläne dennoch für Unruhe. Der Verdi-Konzernbetreuer Immo Schlepper sagte der Deutschen Presse-Agentur, er befürchte, dass am Ende eines solchen Milliardendeals die Zerschlagung von Uniper stehen könnte. Dadurch seien mehr als 1000 Arbeitsplätze bedroht. Weite Teile der Aktivitäten von Uniper passten nicht zur Strategie von Fortum. Dies gelte insbesondere für die Kohle- und Gaskraftwerke, aber auch für den Energiehandel des Konzerns.

          Pekka Lundmark, Präsident des finnischen Energiekonzerns Fortum, will nach dem Kauf von Uniper keine Arbeitsstellen streichen.

          Fortum-Chef Pekka Lundmark betonte hingegen, es werde „bei Uniper keine betriebsbedingten Kündigungen oder eine Verlegung der Zentrale aus Düsseldorf“ geben.

          Eon hatte Uniper 2016 abgespalten und an die Börse gebracht. Seitdem hat sich der Börsenwert des zunächst als Eon-„Resterampe“ verspotteten Unternehmens mehr als verdoppelt. Das Angebot von Fortum spiegele diese Entwicklung des Börsenkurses wider, betonte Teyssen.

          Weitere Themen

          Als die Grenze fiel Video-Seite öffnen

          August 1989 : Als die Grenze fiel

          Die Welt hat lange stillgestanden an der ungarisch-österreichischen Grenze. Bis zum 19. August 1989. Dann, vor 30 Jahren, platzte zwischen Fertörákos und Mörbisch eine Nahtstelle des Eisernen Vorhangs – mit weitreichenden Folgen für die Region und ganz Europa.

          Meiste Schäden am Bau wegen defekter Produkte

          Allianz-Studie : Meiste Schäden am Bau wegen defekter Produkte

          Wenn auf Großbaustellen etwas schief geht, kann es richtig teuer werden. Während weltweit Feuer die häufigste Schadensursache sind, liegen die Hauptgründe für Versicherungsschäden bei deutschen Bauprojekten anderswo.

          Topmeldungen

          Der britische Premierminister Boris Johnson

          Brief an Tusk : Johnson will Brexit-Deal neu verhandeln

          Bisher wollte der britische Premier sein Land auch ohne Deal aus der EU führen. Nun schreibt er an EU-Ratspräsident Tusk, ein Austrittsabkommen habe „oberste Priorität“. Zugleich fordert er, die Backstop-Regelung zu streichen – und schlägt Alternativen vor.
          „Fridays for Future“-Demonstration vom vergangenen Freitag in Berlin

          „Fridays for Future“ : Glaube an die eigene Macht

          Eine Studie zeigt, wie die Demonstranten der „Fridays for Future“-Proteste ticken. Was ihre Motive sind, welchen sozialen Hintergrund sie haben – und für welche Parteien sie stimmen würden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.