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F.A.S. exklusiv : Finanzaufsicht verschleppte Wirecard-Bilanzprüfung

Markus Braun, ehemals geschäftsführender Vorstand von Wirecard Bild: dpa

Seit Anfang 2019 hatten deutsche Finanzaufseher einen konkreten Verdacht auf Bilanzmanipulationen beim mittlerweile insolventen Zahlungsabwickler Wirecard. Doch nach Informationen der F.A.S. war nur ein Mitarbeiter auf den Fall angesetzt.

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          In der deutschen Finanzaufsicht gab es zwar seit Anfang 2019 einen konkreten Verdacht auf Bilanzmanipulationen beim mittlerweile insolventen Skandalkonzern Wirecard. Doch nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung war mit der aufwendigen und komplexen Prüfung der Betrugsvorwürfe gegen den im Deutschen Aktienindex DAX geführten Zahlungsverkehrsdienstleister in den vergangenen 16 Monaten im Wesentlichen nur ein einzelner Mitarbeiter betraut – obwohl der Fall während dieser Zeit immer weitere Kreise zog.

          Marcus Theurer

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Ein Ergebnis der Sonderprüfung durch die Finanzaufsicht liegt bis heute nicht vor. Private Gesellschaften zur Wirtschaftsprüfung setzen dagegen bei ähnlich komplexen Fällen in Großunternehmen nicht selten Dutzende von Bilanzierungsfachleuten ein. Die Finanzaufsichtsbehörde Bafin sah zwar im Februar 2019 im Rahmen der Wertpapieraufsicht Anlass, den schon damals schwerwiegenden Bilanzbetrugsvorwürfen gegen Wirecard nachzugehen. Doch nach geltendem Recht habe sie mit dieser Untersuchung die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) beauftragen müssen, heißt es.

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