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Rote Zahlen : Filmstudio Babelsberg kämpft gegen das Aus

Auch modernste Technik findet in Babelsberg ihren Platz. Bild: dpa

Alfred Hitchcock drehte hier seinen ersten Film, auch „Inglourios Basterds“ oder „Unsere Mütter, Unsere Väter“ wurden in Potsdam-Babelsberg produziert. Nun kämpft das größte Filmstudio Europas mit massiven Problemen - Ausgang ungewiss.

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          In den Filmstudios Potsdam-Babelsberg hat sich schon immer das „Who is Who“ des internationalen Films die Klinke in die Hand gegeben. Alfred Hitchcock drehte hier seinen ersten Film und die Feuerzangenbowle mit Heinz Rühmann wurde in den weitläufigen Studios gedreht. Zu DDR-Zeiten war Babelsberg das Zentrum des ostdeutschen Films, mit „Die Geschichte vom kleinen Muck“ und „Die Legende von Paul und Paula“ entstanden auch außerhalb des Sozialismus beachtete Produktionen. Und nach der Wende ging es gut weiter: In internationalen, auch oscargekrönten Filmen kamen Stars wie Natalie Portman, Tom Cruise, Brad Pitt, Tom Hanks, Hugh Grant oder Jude Law nach Potsdam – und die Liste ließe sich fast beliebig weit fortsetzen. Zuletzt drehte Steven Spielberg wieder an der weltberühmten Glienicker Brücke einen Agenten-Thriller.

          Franz Nestler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Doch das Filmstudio ist in schwere Turbulenzen geraten. Der Vorstandsvorsitzende Carl Woebcken gab dem Handelsblatt Auskunft über die desaströse Lage des Filmstudios. So soll der Umsatz von knapp 82 Millionen auf etwa 50 Millionen Euro zurückgehen. Das führt zu einem Fehlbetrag von 2,5 Millionen Euro, nachdem man 2013 noch 843.000 Euro Gewinn erzielen konnte. Noch zur Hauptversammlung im Juli war er halbwegs zuversichtlich gewesen, einen Gewinn ausweisen zu können. Doch dann sollen zwei Produktionen kurzfristig weggebrochen sein. So seien die Einnahmen für die Filme ausgefallen und Kosten für ein Film-Set entstanden, dass am Ende gar nicht genutzt wurde.

          Das Unternehmen wird sich auch von der Börse zurückziehen: Am 30. Juni 2016 ist Schluss, und die Begründung klingt besorgniserregend: Man habe „keine nachhaltige Wachstumsstrategie“. Doch ob es überhaupt soweit kommt, scheint mehr als fraglich: „Wir hoffen, dass wir das nächste Jahr überleben“, sagte Woebcken dem Handelsblatt. Ein Problem wird zudem die gekürzte Filmförderung sein, die 2015 um 10 Millionen Euro auf 50 Millionen Euro abgesenkt wird. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) plant aber, die gekürzten 10 Millionen Euro aus dem eigenen Haushalt in die Filmbranche umzulenken.

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