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Filialschließungen : Karstadt Sports steht ebenso vor dem Aus

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Opfer der Krise? Karstadt-Sports-Filiale in Frankfurt Bild: Marina Pepaj

Die geplanten Schließungen bei Galeria Karstadt Kaufhof machen vor den Spezialgeschäften des Konzerns nicht halt: Von 30 Karstadt-Sports-Filialen sollen offenbar gerade 10 übrig bleiben. Auch Vertreter der Städte schlagen inzwischen Alarm.

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          Die radikalen Einschnitte beim Warenhausriesen Galeria Karstadt Kaufhof betreffen einem Bericht zufolge auch die Karstadt-Sports-Filialen und die Reisebüros des Konzerns. Rund 20 der 30 Filialen von Karstadt-Sports stehen vor dem Aus, betroffen wären rund tausend Mitarbeiter, berichtete der „Kölner Stadt-Anzeiger“ am Samstag unter Berufung auf Unternehmenskreise. Bei der neu gegründeten Konzerntochter Atrys, welche die Reisebüros von Galeria betreibt, sollen demnach 100 der 130 Reisebüros schließen.

          Außerdem soll dem Bericht zufolge allein in der Essener Zentrale von Galeria eine dreistellige Zahl an Jobs wegfallen, dort arbeiten derzeit 1600 Menschen. Am Freitag war bekannt geworden, dass Galeria Karstadt Kaufhof mit bis zu 80 seiner 175 Filialen fast die Hälfte aller Warenhäuser schließen und Personal entlassen will.

          Die Einschränkungen durch die Corona-Krise treffen den Einzelhandel auf der ganzen Welt. Insbesondere Warenhauskonzerne, deren Geschäftsmodell ohnehin seit mehreren Jahren unter Druck steht, stehen vor großen Problemen. In den Vereinigten Staaten gab gerade die traditionsreiche Warenhauskette JC Penney ihre Insolvenz bekannt.

          Städte in Sorge

          Angesichts der zentralen Lagen, in denen sich die Warenhäuser von Karstadt Kaufhof in vielen Städten befinden, meldeten sich inzwischen auch mehrere Kommunalvertreter mit Sorgen zu Wort. „Trotz aller Umwälzungen durch den Internethandel und die Folgen der Corona-Krise sind die traditionsreichen Kaufhäuser dieses Handelsunternehmens wichtige Arbeitgeber und Versorgungszentren vor Ort“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy. Sie zögen Menschen in Innenstädte und nutzten damit auch dem Einzelhandel in ihrem Umfeld.

          Die Städte seien daran interessiert, die Innenstädte für Bewohner und Besucher attraktiv zu halten und gleichzeitig möglichst viele Arbeitsplätze zu sichern. „Deshalb müssen möglichst viele Kaufhausstandorte bestehen bleiben – es darf hier nicht zu einem Kahlschlag kommen“, sagte Dedy. Wenn Häuser tatsächlich nicht weitergeführt werden könnten, seien rasche Gespräche des Unternehmens mit den Städten über eine künftige Nutzung nötig. Der Infrastruktur-Fachmann des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, Norbert Portz, appellierte an die Eigentümer der Karstadt-Kaufhof-Immobilien, dem angeschlagenen Handelskonzern bei den Mieten entgegenzukommen.

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