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Rüdiger Köhn (kön.)

Fifa : Die Sponsoren kneifen

Adidas, Coca-Cola, Visa und Hyundai fehlt der Mut zum Aufmucken gegen Fifa-Präsident Joseph Blatter. Die Angst, aus dem Milliardengeschäft ausgeschlossen zu werden, ist zu groß.

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          Die Hauptsponsoren des Welt-Fußballverbandes Fifa mögen im Vergleich zu früheren Jahren schärfere Worte für die Machenschaften unter dem Präsidenten Joseph Blatter gefunden haben. Doch von den Mahnungen vor dessen Wiederwahl ist wenig übrig geblieben. Der nötige Druck der Geldgeber für das Austrocknen des Korruptionssumpfes bleibt aus. Adidas, Coca-Cola, Visa und Hyundai fehlt der Mut zum Aufmucken.

          Die Angst überwiegt, aus dem Milliardengeschäft mit dem Fußball zu fliegen und durch Konkurrenten ersetzt zu werden. Mag die Fifa noch so verhasst unter Fans sein: Der Sport an sich begeistert diese mehr als je zuvor. So verhält es sich denn mit den Sponsoren wie mit dem europäischen Verband Uefa. Der schweigt, nachdem er vor Blatters Wiederwahl noch so laut gebrüllt hatte.

          Jetzt setzen alle plötzlich auf die inneren Heilungskräfte. Und hoffen offensichtlich, dass die Justizbehörden – vor allem die in Amerika – die Aufräumarbeiten übernehmen und für den erforderlichen Druck sorgen. Dafür nehmen die Sponsoren Negativschlagzeilen und Imageschäden in Kauf. Dass dabei Compliance-Regeln unter den Tisch fallen, daran hat sich ohnehin schon jeder gewöhnt.

          Rüdiger Köhn
          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

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