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Patentiertes System : Wie man sein Cello bequem trägt

  • -Aktualisiert am

Joachim Fiedler trägt sein Cello mit dem von ihm erfundenen System. Bild: Fidlock GmbH

Alles begann mit alten Fahrradspeichen und Konservendosen. Inzwischen verkauft Fiedler Cases aus Berlin seine Tragesysteme sogar an Cellisten bekannter Orchester.

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          Es gebe nichts Vergleichbares, sagt Joachim Fiedler, Eigentümer der Fiedler Cases GmbH in Berlin. Es begann alles, als er mit 16 Jahren den Wunsch hatte, Fahrrad zu fahren und dabei sein Cello auf dem Rücken transportieren zu können. Also entwickelte er mit Hilfe von alten Fahrradspeichen und dem Blech von Konservendosen ein Tragesystem. Dieses ließ er schließlich patentieren und gründete 1995 sein Unternehmen.

          „Als Student übte ich oft in der Philharmonie und nahm bei Orchestern, die zu Gast aus dem Ausland kamen, zur Anspielprobe einige Tragesysteme mit, um es den Cellisten vorzustellen und vor Ort mit meinem Bohrer zu montieren“, erzählt der Unternehmer. Dies machte er auch beim Cello-Festival in Kronberg im Taunus, auf dem sich Cellisten aus aller Welt treffen – und verkaufte dort bis zu zwanzig Tragesysteme am Tag.

          Fiedler entwickelte auch noch einen besonderen Magnetverschluss für die Halterung des Bogens im Cellokasten, mit dem er 2007 sein zweites Unternehmen, Fidlock, gründete. Seitdem liegt die Geschäftsführung von Fiedler Cases bei Michael Vrzal.

          Ein Kissen inklusive

          Das Fiedler-Tragesystem verfügt über zwei verstellbare Schultergurte, eine Noten- und Bleistifttasche, ein integriertes Cellobrett und ein Kissen für den Rücken. Der Verkaufspreis liegt bei 180 bis 190 Euro. Für 30 Euro bietet das Unternehmen die Montage an, bei der das Tragesystem an den Kunden und die Innenpolsterung des Kastens an das Cello angepasst werden.

          Fiedler bietet auch Cellokästen an, die zwischen 420 und 2500 Euro kosten, Stachel für Celli und einen höhenverstellbaren Stuhl. Die Gurte für das Tragesystem werden in Asien produziert, die Kästen in Kroatien, das Kissen in Berlin.

          Das Unternehmen hat vier Mitarbeiter und „in den besten Jahren einen jährlichen Umsatz von 700 000 Euro“, berichtet Vrzal. Die Pandemie trifft allerdings die Kulturbranche, so dass der Umsatz geringer ausfällt. „Wir verkaufen hauptsächlich in Europa mit Schwerpunkt in Deutschland“, sagt Fiedler. In manchen Jahren wurden mehr als 1000 Tragesysteme vertrieben.

          „Konkurrenz gibt es nicht wirklich, da es so niemand anderes verkauft“, betont Fiedler. Das ist auch der Grund, warum so viele Cellisten von Jugendlichen über Studenten bis hin zu Proficellisten das Tragesystem haben. Zu ihnen gehören Musiker der Berliner Philharmoniker und des Deutschen Symphonie-Orchesters in Berlin. Mischa Meyer, Solocellist des Symphonie-Orchesters, sagt, das Tragesystem habe „einer ganzen Generation von Cellisten“ das Cellotragen leichter gemacht.

          Der Artikel stammt aus dem Schülerprojekt „Jugend und Wirtschaft“, das die F.A.Z. gemeinsam mit dem Bundesverband deutscher Banken veranstaltet.

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