https://www.faz.net/-gqe-9nfxk

Fiat Chrysler und Renault : Frankreich stellt erste Bedingungen für Autofusion

  • Aktualisiert am

Ein Renault-Mitarbeiter schraubt an einem Fahrzeug in einer Fabrik im französischen Maubeuge. Bild: EPA

Fiat Chrysler und Renault wollen fusionieren. Der französische Staat als Anteilseigner hat ein Wörtchen mitzureden: Er fordert Jobzusagen und eine führende Rolle des Konzerns in der Elektromobilität.

          1 Min.

          Die französische Regierung besteht bei der geplanten Fusion von Renault mit dem italienisch-amerikanischen Autobauer Fiat Chrysler (FCA) auf Arbeitsplatzgarantien. „Ich habe dem Renault-Chef sehr deutlich gesagt, dass es die erste der Garantien ist, die ich von ihm bei der Aufnahme dieser Verhandlungen wollte“, sagte Finanzminister Bruno Le Maire am Dienstag dem Radiosender RTL. „Eine Garantie für den Erhalt von Arbeitsplätzen und Industrieanlagen in Frankreich.“

          Zudem müsse Frankreich im neuen Vorstand vertreten sein. Als weitere Forderung machte Le Maire geltend, dass der neue Konzern führend bei der Entwicklung von Batterien für Elektroautos sein müsse.

          Der französische Staat ist mit 15 Prozent an Renault beteiligt. Bei einem Zusammenschluss würde sich der Anteil auf 7,5 Prozent halbieren, sagte Le Maire. Wegen schärferer Klimavorgaben und steigender Kosten für die Entwicklung von umweltfreundlicheren Motoren und E-Autos steigt auf die Hersteller schon längere Zeit der Druck, Kooperationen und Fusionen zu suchen.

          Fiat Chrysler und Renault gehen nach eigenem Bekunden davon aus, ihre Kosten nach einem Zusammenschluss um jährlich fünf Milliarden Euro zu senken. Damit hätten sie dann auch mehr Geld für Investitionen in die E-Mobilität zur Verfügung. Fiat Chrysler schlägt eine Fusion zu gleichen Teilen der Unternehmen als einen 50/50-Zusammenschluss vor. Die neu entstehende Holding soll ihren Sitz den Plänen zufolge in den Niederlanden haben und an den Börsen in Mailand, Paris und New York gelistet werden. Der Plan könne die Position der Renault-Gruppe in der Industrie stärken und zusätzlichen Wert für die Allianz schaffen. 

          Der französische Hersteller Renault ist seit langem mit den japanischen Autobauern Nissan und Mitsubishi verbunden. Zusammen verkauften sie im vergangenen Jahr 10,76 Millionen Fahrzeuge. Mit dem amerikanisch-italienischen Autoriesen FCA kämen die Hersteller auf mehr als 15 Millionen. Sie würden damit deutlich Volkswagen (10,83 Millionen) überholen. FCA führt unter anderen die Marken Alfa Romeo, Fiat, Chrysler, Dodge, Jeep oder Maserati. 

          Weitere Themen

          Diese Start-ups muss man kennen

          Einhörner im Anmarsch : Diese Start-ups muss man kennen

          Die deutsche Start-up-Landschaft ist unüberschaubar geworden. Orientierung bietet eine neue Rangliste, die der F.A.Z. vorab vorliegt. Gerade für Deutschland hält sie interessante Überraschungen bereit.

          Apple verschreckt amerikanische Börsen Video-Seite öffnen

          Virus sorgt für Umsatzwarnung : Apple verschreckt amerikanische Börsen

          Wegen der Coronavirus-Epidemie in China rechnet der iPhone-Hersteller nicht mehr damit, seine Umsatzziele für das laufende Quartal erreichen zu können. Die Fabriken in der Volksrepublik hätten ihre Arbeit zwar wieder aufgenommen, könnten die Produktion aber nicht so schnell hochfahren wie geplant.

          Topmeldungen

          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht neben Sanna Marin, Ministerpräsidentin von Finnland, bei der Pressekonferenz im Bundeskanzleramt.

          CDU-Vorsitzender gesucht : Merkel hält sich raus

          Die Bundeskanzlerin hält an ihrem Grundsatz fest: Den CDU-Vorsitz und einen potentiellen Nachfolger für sie soll die Union ohne sie klären. Norbert Röttgen will die Mitglieder fragen.
          Wefox-Gründer Julian Teicke hat sein Versicherungs-Start-up schon auf eine Bewertung von mehr als einer Milliarde Dollar gebracht.

          Einhörner im Anmarsch : Diese Start-ups muss man kennen

          Die deutsche Start-up-Landschaft ist unüberschaubar geworden. Orientierung bietet eine neue Rangliste, die der F.A.Z. vorab vorliegt. Gerade für Deutschland hält sie interessante Überraschungen bereit.

          Resilienz : Überleben im Büro

          Der Druck am Arbeitsplatz nimmt zu, die Zahl der psychischen Erkrankungen auch. Die Last bringt manche an ihre Grenzen. Doch es gibt Wege, um Kraft zu schöpfen für den täglichen Kampf im Arbeitsleben.
          Er macht immer weiter, auch mit dem Krieg: Recep Tayyip Erdogan vor ein paar Tagen vor Anhängern seiner Partei im türkischen Parlament.

          Brief aus Istanbul : Die muslimische Schildkröte

          Recep Tayyip Erdogan ist jedes Mittel recht, um an der Macht zu bleiben. Während die Menschen in der Türkei hungern, erzählen seine Leute immer neue Märchen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.