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Fertighäuser : Das Ende der Pappschachtel

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Neben Müsliriegel und H-Milch im Regal? Fertighaus von Libella Bild: Libella

Energiesparhäuser gibt es jetzt beim Discounter: Der Fertighausbauer Libella hat Plus als Absatzkanal entdeckt. Zum Schnäppchenpreis sind die eigenen vier Wände aber nicht zu haben. „Bauen wird teurer“, sagt der Geschäftsführer.

          Müsliriegel, H-Milch und ein Eigenheim. Wer kauft sein Haus beim Discounter? Diese Frage konnten sich seit Anfang Februar alle Kunden der Plus-Märkte stellen. Seit diesem Zeitpunkt wirbt der für sein Lebensmittelgeschäft und preiswerte Kleinteile bekannte Discounter für Fertighäuser vom Hersteller Libella. Der Preis beträgt immerhin noch knapp 160.000 Euro. Das Grundstück muss allerdings noch zusätzlich erworben werden. Trotz des für Plus untypischen Angebotes gibt es durchaus Interesse an den Häusern.

          „Die Zusammenarbeit mit Plus ist für uns mehr als eine reine Marketingaktion, um die Häuser bekannter zu machen“, sagt Markus Schreyögg, Geschäftsführer der Libella-Haus GmbH aus Ziesar. „Plus ist für uns sein sehr effektiver Absatzkanal. Wir kommen mit den Prospekten des Discounters in rund 250.000 Haushalte hinein, und rund 5000 davon zeigen echtes Interesse an dem Angebot.“

          „Die Aktion ist sehr erfolgreich“

          Genaue Zahlen, wie viele Häuser in der diesjährigen Kooperation bisher abgesetzt worden sind, will sich Schreyögg nicht entlocken lassen. Er rechnet aber mit dem Verkauf von 100 bis 150 Einheiten bis zum Ende der Aktion am 31. März. Etwa ebenso viel Häuser wurden schon bei einem Vorläuferangebot vor zwei Jahren über den Absatzkanal Plus verkauft.

          Das Grundstück kostet extra

          Das ist für Libella eine große Zahl. Das Unternehmen, das zur Kampa-Haus-Gruppe und damit zu einem der größten Fertighaushersteller auf dem deutschen Markt gehört, hat es sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2008 rund 500 Häuser jährlich abzusetzen, und Schreyögg lässt keine Zweifel daran, dass Libella durch die Kooperation mit Plus auf diesem Weg ein gutes Stück nach vorne kommt. „Die Aktion ist sehr erfolgreich, und wir werden dies in der Zukunft wiederholen“, sagt er im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Viele Bauherren legen selbst Hand an

          Dabei bleibt die Profitabilität seinen Angaben zufolge nicht auf der Strecke. „Die gesamte Baubranche ist nicht gerade mit hohen Margen gesegnet. Zwei bis drei Prozent des Umsatzes bleiben den Unternehmen im Durchschnitt als Ergebnis nach Steuern. Manchen langt das. Wir haben bei Kampa allerdings ein Renditeziel von sechs Prozent vor Steuern“, erklärt Schreyögg und fügt hinzu: „Libella ist ein gut profitables Unternehmen.“ Auch am Plus-Haus werde Geld verdient, obwohl der Rabatt rund 15 Prozent auf den Listenpreis betrage.

          Ein Grund für die wachsende Beliebtheit der Fertighäuser ist auch die Möglichkeit für den Käufer, die Kosten durch Eigenleistung beim Aufbau des Hauses weiter zu senken. Rund 40 Prozent der Bauherren würden bei Libella davon Gebrauch machen und das Haus nur mit Hilfe von handwerklich begabten Freunden und einem Richtmeister des Lieferanten aufbauen. Mehrere Tausend Euro seien so zu sparen.

          „Drei-Liter-Haus“

          Die hohe Nachfrage nach dem Libella-Haus bei Plus zeigt zudem, dass das Fertighaus den Charakter des Pappschachtelbaus für weniger Betuchte in den vergangenen Jahren deutlich verloren hat. „Der niedrigere Preis ist nur noch ein starkes Argument unter vielen für unsere Kunden“, sagt Schreyögg. Vor allem in Sachen Energieeinsparung habe sich die Fertighausbranche in den vergangenen Jahren einen guten Ruf erworben. Dies sei inzwischen das zweitwichtigste Kriterium bei der Entscheidung der Bauherren für ein Fertighaus. „Der konventionelle Bau kommt da nicht mit“, sagt Schreyögg. „So müsste eine Mauer eine Dicke von rund einem Meter haben, um ähnliche Energiewerte wie die Fertigkonstruktionen aufweisen zu können.“

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