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Reisen : Fernbusse befördern so viele Fahrgäste wie nie zuvor

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Fernreisende in Dresden: Busse werden auch für längere Reisen immer beliebter. Bild: dpa

Sie sind langsamer, aber günstiger: Während die Bahn mit ihrem schlechten Image kämpft, befördern Fernbusse 2015 so viele Menschen wie noch nie. Doch der Markt ist umkämpft.

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          In Fernbusse sind in diesem Jahr voraussichtlich so viele Bundesbürger gestiegen wie nie zuvor. „Wir haben in den vergangenen beiden Jahren die Fahrgastzahl zwei Mal verdoppelt, bis auf 16 Millionen 2014. In diesem Jahr wird die Zahl um die 20 Millionen liegen“, sagte Christiane Leonard, die Geschäftsführerin des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmer, der Deutschen Presse-Agentur. Damit hätte sich das Wachstumstempo in diesem Jahr allerdings verlangsamt. Inzwischen hoffen deutsche Fernbus-Anbieter, auch im europäischen Ausland Fuß fassen zu können.

          Die Fahrkartenpreise sind nach Branchenangaben in diesem Jahr zwar leicht gestiegen. Dass es deutlich teurer wird, müssen Fahrgäste aber wohl nicht fürchten. „Der Kunde definiert den Preis“, sagte MeinFernbus Flixbus-Geschäftsführer, André Schwämmlein.

          Der deutsche Fernbus-Marktführer sieht noch keine Ende des Wachstums auf dem deutschen Markt. „Es gibt noch viele weiße Flecken“, sagte Schwämmlein der Deutschen Presse-Agentur. Es gehe jetzt darum, „kluge Märkte“ zu finden. „Das heißt für uns Verkehr in Mittelstädte, teilweise auch kleinere Städte mit 20.000, 30.000 Einwohnern.“ Außerdem treibt das Unternehmen seine europäische Expansion voran. Inzwischen erprobt das Unternehmen auch saisonale Angebote und fährt Skifahrer direkt in die Urlaubsorte der Alpen.

          Fernbus-Betreiber: „Wir internationalisieren“

          Auch der Konkurrenzkampf mit der Bahn wird härter. Dass die Deutsche Bahn in diesem Jahr Hunderttausende Fahrscheine für 19 Euro unter Volks warf, ärgert die privaten Fernbusanbieter. Und so lange Sprint so günstig ist, müssen auch die Busse günstig sein, um mehr Autofahrer anzulocken. Das geht jedoch nur mit zentrumsnahen Haltepunkten. „Nur so kann
          das Angebot an Fernbus-Reisemöglichkeiten für die deutschen Verbraucher auch in Zukunft gewährleistet werden“, sagt Megabus-Cjef Edward Hodgson. Gar nicht so einfach, denn Köln hat die Fernbusse bereits aus der Innenstadt an den Flughafen verbannt. In Ulm und Stuttgart gibt es ähnliche Diskussionen.

          Bis zum Herbst stieg die Zahl der Fernbuslinien binnen Jahresfrist um knapp ein Drittel auf 326, wie das Berliner Marktforschungsinstitut Iges ermittelte. Der Markt wachse zwar langsamer, aber nachhaltiger, sagt Iges-Geschäftsführer Christoph Gipp. Inzwischen wüchsen die deutschen Busunternehmen auch durch inländische Verbindungen in den europäischen Nachbarstaaten.

          „Unser Kerngeschäft ist der Fernbus in Deutschland. Und jetzt bauen wir da drumherum weiter“, sagt MeinFernbus FlixBus-Mann Schwämmlein. „Wir internationalisieren.“ Nach Frankreich, Italien, die Niederlande - wo immer sich eine Gelegenheit ergibt. Ganz Europa habe einen hohen Bedarf an Fernbusverbindungen, heißt es bei Megabus. Seit Paris den Fernbusverkehr im August freigab, sind nach Angaben des Wirtschaftsministeriums eine halbe Million Menschen in die Busse gestiegen, drei Mal so viele wie im gesamten Vorjahr. Inzwischen fahren 600 Busse knapp 150 Ziele an.

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