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Ferienfluggesellschaften : Der Name Condor kehrt zurück

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Beim Touristikkonzern Thomas Cook AG werden die Überlegungen konkreter, im deutschsprachigen Markt den Namen "Condor" für die eigene Ferienfluggesellschaft wieder aufleben zu lassen.

          Beim Touristikkonzern Thomas Cook AG werden die Überlegungen konkreter, im deutschsprachigen Markt den Namen "Condor" für die eigene Ferienfluggesellschaft wieder aufleben zu lassen. Eine Weichenstellung wird von der Aufsichtsratssitzung des Reisekonzerns am 5. März erwartet. Thema dieser Aufsichtsratssitzung ist weiterhin, wie die Kostenstruktur und die Produktivität der Ferienfluggesellschaft des Konzerns verbessert werden kann.

          Erste Sondierungsgespräche mit den Mitarbeitervertretungen sind bereits gelaufen. Die Verhandlungen werden im Anschluß an die Aufsichtsratssitzung aufgenommen. Auch wird das Aufsichtsgremium darüber informiert, wie der neue Vorstand mit Wolfgang Beeser an der Spitze, sich den Weg zu besserer Profitabilität vorstellt. Die Thomas Cook AG hat das vergangenen Geschäftsjahr 2002/02 (31. Oktober) dem Vernehmen nach mit einem Verlust um 300 Millionen Euro abgeschlossen. Dazu hat die Fluggesellschaft rund 100 Millionen Euro beigetragen bei einem Umsatz von einer Milliarde Euro.

          Mit der Rückkehr zum früheren sehr gut bekannten Markennamen "Condor" soll die Aufmerksamkeit im Markt - auch gegenüber den Billigfliegern erhöht werden - und die Auslastung der Flugzeuge verbessert werden. Im Rahmen der Markenstrategie und um den Konzernnamen "Thomas Cook" besser bekannt zu machen wurde die Mehrheit der Maschinen umlackiert und mit dem Namen "Thomas Cook Airlines powert by Condor" versehen. Allein die Flugnummer "DE" verriet noch, daß es sich dabei um Maschinen der Condor Flugdienste GmbH, Kelsterbach handelte. Auf der Heckflosse soll der Konzernname bleiben. Die Ferienfluggesellschaft ist wegen ihrer im Vergleich zu Wettbewerbern wie Air Berlin ungünstigen Kostenstruktur einer der Hauptverursacher der wirtschaftlich schwierigen Lage des Reisekonzerns. Deshalb soll mit einem Maßnahmenbündel aus höherer Produktivität, einer wettbewerbsfähigeren Personalkostenstruktur, Verhandlungen mit Leistungsträgern wie Flughäfen oder Wartung rund 200 Millionen Euro gehoben werden. Dann könnte die Fluggesellschaft mit ihrer Flotte, die um ein Drittel geschrumpft ist, sich im harten Wettbewerb im niedrigeren Flugpreissegment behaupten.

          Kooperation von Air Berlin und Germania

          Doch auch die Fluggesellschaften mit vergleichsweise günstigen Kostenstrukturen wie Air Berlin oder Germania, wappnen sich auf den Ausleseprozeß in diesem Luftfahrtsegment, der in diesem Jahr erwartet wird. Durch den Markteintritt von Easy-Jet hat sich der abzeichnende Konzentrationsprozeß beschleunigt. Die Konsequenz von Air Berlin und Germania besteht in einer Kooperation. Air Berlin wird Ende März drei Fokker-Maschinen von Germania leasen und auf ihren City-Shuttle-Strecken einsetzen. Die Maschinen würden von Germania-Piloten gesteuert, in den Kabinen betreue Personal von Air Berlin die Passagiere. Künftig werde Air Berlin von der Germania-Billigfluglinie Germania Express (Gexx) die Flugstrecken von Hamburg, Berlin und Düsseldorf nach Zürich und Wien übernehmen. Gexx stellt Ende März den Flugbetrieb auf diesen Routen ein, Air Berlin übernimmt in die Gäste. Dazu gehört vom 29. März an auch die Route München-Wien, die von Germania-Express zwei Mal täglich bedient wird und bisher nicht im Flugplan von Air Berlin stand.

          Auch bei der TUI AG finden gegenwärtig interne Abstimmungen darüber statt, welche Teile des Flugaufkommens künftig auf Hapag Lloyd Flug und die Billigfluggesellschaft Hapag Lloyd Express (hlx) entfallen. (noa.)

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