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Volkswagen-Hauptversammlung : Viel Lob für Ferdinand Piëch

  • Aktualisiert am

Bild: Reuters

Rührende Worte für den „Alten“: Auf der Volkswagen-Hauptversammlung danken Firmenchef Winterkorn und der vorübergehende Aufsichtsratschef Huber Ferdinand Piëch. Kontakt mit ihm haben sie offenbar nicht.

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          Unternehmenschef Martin Winterkorn hält die Führungskrise im Volkswagen-Konzern für ausgestanden. „Hinter uns liegen - vorsichtig gesagt - bewegte Tage“, sagte er vor Tausenden Aktionären auf der VW-Hauptversammlung in Hannover. „Ich weiß: Viele von Ihnen haben sich Gedanken gemacht um Volkswagen. Um das Unternehmen, das uns allen so sehr am Herzen liegt.“ Der Konzern sei nun aber wieder „in ruhigerem Fahrwasser unterwegs“. Der Fokus liege jetzt wieder auf dem Geschäft.

          Wenige Tage vor der Hauptversammlung war ein Streit in der obersten Führungsspitze und unter den Anteilseignern des Konzern eskaliert. Für viele überraschend scheiterte Ferdinand Piëch mit seinem Vorhaben, Konzernchef Winterkorn abzuservieren. Stattdessen geriet der langjährige Firmen-Patriarch selbst unter Druck, weil er weder seine Familie, noch das Land Niedersachsen, noch die mächtigen Arbeitnehmervertreter für sich gewinnen konnte - schließlich legte er seine Ämter und die seiner Frau im Volkswagenaufsichtsrat nieder.

          Winterkorn begrüßt Aufsichtsrätinnen

          Winterkorn dankte vor wenigen Minuten auf der Hauptversammlung Piëch für dessen Verdienste: „Ferdinand Piëch hat die Automobilindustrie in den vergangenen fünf Jahrzehnten geprägt wie kein Zweiter - als Unternehmer, als Ingenieur, als mutiger Visionär.“ Volkswagen habe ihm viel zu verdanken. Vor seiner Lebensleistung habe er großen Respekt, sagte Winterkorn.

          Der frühere IG-Metall-Chef Berthold Huber, der nach dem Rücktritt Piëchs vorübergehend den Aufsichtsrat führt, äußert sich ähnlich. „Ich gehe davon aus, dass der Konzern die Verdienste von Piëch noch an anderer Stelle gebührend würdigen wird.“, sagt er, allerdings ohne näher zu erläutern, was darunter zu verstehen ist.

          Es gibt derzeit offenbar keinen Dialog zwischen Piëch auf der einen und dem Aufsichtsrat und dem Vorstand auf der anderen Seite. Dass dies eine für alle außergewöhnliche Situation ist, wird in jedem von Hubers Sätzen deutlich. Huber, obgleich durch sein früheres Spitzenamt in vielen Diskussionen abgehärtet, ist vielleicht doch ein wenig nervös. Er verspricht sich mehrfach. Als er die personellen Veränderungen aufzählt, sagt er noch:  „Ich will an dieser Stelle auch Frau Piëch für ihr Engagement danken“.

          Dann stellt er die neuen Aufsichtsratsmitglieder vor und sagt, eine gerichtliche Bestellung sei notwendig gewesen, da die Fristen für die Hauptversammlung schon verstrichen waren. Auch Firmenchef Winterkorn begrüßte ausdrücklich die beiden Piëch-Nichten Louise Kiesling und Julia Kuhn-Piëch. „Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit Ihnen.“ Ferdinand Piëch hatte sich kritisch über beide geäußert, nachdem das Unternehmen ihre Bestellung bekannt gegeben hatte. Er hält sie für fachlich zu unerfahren für diese Posten.

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