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„Feindliche Übernahme“ : Wie tickt Sarrazins Verleger?

Christian Jund, Mitgeschäftsführer der Münchner Verlagsgruppe GmbH und somit Verleger des neuen Aufregers von Thilo Sarrazin, „Feindliche Übernahme“. Bild: MVG

Wer verdient am Anti-Islam-Bestseller von Thilo Sarrazin? Christian Jund heißt der Mann. Er ist ein Selfmade-Unternehmer, der keine Angst vor Krawall hat.

          7 Min.

          Der Verleger Christian Jund hält sich nicht mit geschmäcklerischen Fragen auf. Keine These ist ihm zu plump, zu derb, zu heikel, als dass er sie, verpackt zwischen Buchdeckeln, nicht verkaufen würde – vorausgesetzt, der Inhalt bewegt sich im rechtlich zulässigen Rahmen. Rapper dürfen bei ihm ihr Schicksal schildern, Show-Sternchen Alkoholbeichten ablegen, Prominenz die Wunden lecken. Für den Überbau deuten Politiker aller Couleur die Welt, dazwischen gibt es knallharte Finanztipps und auch mal einen Nobelpreisträger.

          Bettina Weiguny

          Freie Autorin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Gerade da, wo es menschelt, wo es schlüpfrig oder provokant wird, wittert der Mann den nächsten Bestseller. Da schlägt der Münchner zu. So schnell, so krachend und laut wie kein anderer in der Branche. „Enfant terrible“ unter den Verlegern – den Titel hat sich der 50-Jährige redlich verdient. Sicher ist: Jund pfeift auf „political correctness“. Womit wir bei seinem neuesten Coup wären: Thilo Sarrazin. Der Rummel um dessen Islam-Schelte kommt Christian Jund, seinem frisch erwählten Verleger, gerade recht.

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