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Fehlende Angaben in Kundenmagazin : Porsche verliert Prozess gegen Umwelthilfe

  • Aktualisiert am

Porsche-Kundenmagazin „Christophorus” Bild:

Porsche hat in seinem Kundenmagazin nicht auf den Kohlendioxidausstoß seiner Sportwagen hingewiesen und muss deshalb eine Strafe von 20.000 Euro zahlen. Das Unternehmen habe gegen eine EU-Verordnung verstoßen, urteilten die Richter.

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          Der Sportwagenhersteller Porsche muss künftig auch in seinem hauseigenen Magazin Christophorus Angaben über den Verbrauch und den Kohlendioxidausstoß der dort beschriebenen Fahrzeuge machen. Das hat das Oberlandesgericht Stuttgart entschieden (AZ: 2 U 45/10) und damit einer Klage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) stattgegeben. Porsche muss zudem 20 000 Euro bezahlen, weil gegen eine seit 2004 geltende EU-Richtlinie verstoßen wurde, die vorschreibt, welche Angaben die Autohersteller in ihrer Werbung machen müssen, um dem Verbraucher eine Kaufentscheidung auch mit Blick auf den Klimaschutz zu ermöglichen.

          „Die Abneigung von Porsche gegen eine öffentliche Darstellung der CO2-Emissionen von Vorstadtpanzern wie dem 500 PS-Cayenne mit einem innerstädtischen Verbrauch von 16,2 Litern und 270 Gramm CO2 pro hundert Kilometer ist ebenso nachvollziehbar wie gesetzeswidrig“, kommentierte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch das Urteil. Die Deutsche Umwelthilfe hatte schon in der Vergangenheit Porsche genau beobachtet und dem Unternehmen im Jahr 2007 eine Unterlassungserklärung abgerungen. Porsche vertrat nun die Ansicht, dass für Christophorus die EU-Regel nicht gelte, weil das Magazin ein journalistisches, durch die Pressefreiheit gedecktes Druckwerk sei.

          Im aktuellen Fall hatte das Landgericht Stuttgart im April entschieden, dass Artikel im firmeneigenen Magazin nicht als Werbung einzustufen seien und daher nicht der EU-Richtlinie unterliegen. Gegen dieses Urteil ging die DUH in Berufung und erhielt nun Recht. Die beiden fraglichen Artikel seien als Werbung einzustufen, sagte eine Sprecherin des Oberlandesgerichts. Entscheidend sei der mit der Veröffentlichung verfolgte Zweck, lautet das Urteil. Die Gestaltung sei in Text und Bild darauf angelegt, dem Leser Porsche-Fahrzeuge auch mit ihren technischen Details bekannt zu machen, und zwar nicht zum Selbstzweck, sondern um Interesse am Besitz eines solchen Fahrzeugs zu wecken oder zu stärken. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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